Mönchengladbachs Präsident im Interview: Königs: "Ich stehe für meinen Fehler ein"

Mönchengladbachs Präsident im Interview : Königs: "Ich stehe für meinen Fehler ein"

Düsseldorf (RP). Borussia-Präsident Rolf Königs erklärt, warum er rund 50.000 Euro Steuern für Kapitalerträge zu wenig bezahlt hat, wie er seine Altersvorsorge verwaltet und warum er weiter Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach bleibt. Die ausstehenden Steuern will er unverzüglich überweisen.

Der Unternehmer Rolf Königs ist als Präsident von Borussia Mönchengladbach überregional bekannt geworden. Vor allem wegen dieses Ehrenamts sorgt nun die Nachricht, dass gegen den 70-Jährigen als Folge der Steuer-CD ermittelt wird, für Aufmerksamkeit. Königs äußerte sich am Freitag zu den Vorwürfen erstmals ausführlich im Interview. Die Ermittlungen der Steuerfahnder haben den erfolgsverwöhnten Geschäftsmann sichtbar mitgenommen.

Herr Königs, warum ermitteln die Steuerbehörden gegen Sie?

Königs Ich habe Erträge, die mein in Luxemburg angelegtes Kapital in den Jahren 2005 bis 2009 gebracht hat, nicht versteuert. Das ist allein mein Fehler, den ich sehr bedauere.

Wie viel Steuern hätten Sie zahlen müssen?

Königs Es geht wohl um etwa 50.000 Euro. Das ist viel Geld, und mein Versäumnis ist daher auch in keiner Weise zu verniedlichen. Es ist mir aber wichtig klarzustellen, dass das Kapital mein privat verdientes Geld ist, das ich selbstverständlich auch versteuert habe. Es geht in diesem Fall weder um Schwarzgeld noch um nicht versteuertes Kapital. Es geht um Erträge aus dem Kapital über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Warum haben Sie Ihr Geld in Luxemburg angelegt?

Königs Das ist aus meiner Sicht ein sicherer Kapitalmarkt. Das war mir wichtig, weil es um meine Altersvorsorge geht. Das ist Geld, das ich angespart habe für die Zeit, in der ich keine laufenden Einkünfte mehr erzielen werde.

Und warum haben Sie die Erträge nicht versteuert?

Königs Ich habe schlicht nicht daran gedacht, dass dieses Kapital für mich arbeitet. Ich habe auch niemandem einen Auftrag erteilt, dieses Geld zu verwalten und zu vermehren. Ich habe es dort einfach hingelegt, in dem Wissen, dass ich es irgendwann einmal brauchen werde.

Haben Sie keinen Berater für Vermögensfragen?

Königs Nein, das mache ich alleine, in der gerade beschriebenen Form.

Wie haben Sie reagiert, als die Steuerfahnder Ihre Privat- und Büroräume durchsucht haben?

Königs Ich habe selbstverständlich alle Unterlagen unverzüglich zur Verfügung gestellt. Wenn man einen Fehler macht, muss man dafür auch einstehen. Darum werde ich die ausstehende Summe natürlich unverzüglich überweisen.

Was bedeutet das für den Geschäftsmann, den Ehrenmann Königs?

Königs Ich ärgere mich maßlos über mich selbst. Das ist eine ganz blöde Angelegenheit. Mit meinem Geschäft und meinen sonstigen Tätigkeiten hat diese Sache allerdings nichts zu tun.

Glauben Sie, dass man versuchen wird, Sie wegen der Steuerschuld als Borussia-Präsident zu stürzen?

Königs Der Präsident von Borussia ist gewählt, und zwar bis 2013. Ich fühle mich an dieses Votum gebunden. Daran hat sich in den letzten Tagen nichts geändert.

Darf ein Steuersünder Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer und Präsident von Borussia sein?

Königs Das müssen Sie die fragen, die über solche Fragen zu entscheiden haben. Aber noch mal zur Einordnung: Wir reden über zeitweilig nicht versteuerte Kapitalerträge und eine Steuerschuld von 50.000 Euro. Das sind die Fakten, die ich den Behörden und auch der Öffentlichkeit gegenüber auf den Tisch gelegt habe.

Ralf Jüngermann führte das Gespräch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Gladbach-Präsident Rolf Königs

(RP)
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