Gerichtsurteil: Klebebraten darf nicht Schweinebraten heißen

Gerichtsurteil : Klebebraten darf nicht Schweinebraten heißen

Berlin (RPO). Ein aus Fleischstücken zusammengeklebter Braten darf einem Urteil zufolge nicht Schweinebraten heißen. Die Lebensmittel-Aufsichtsbehörde habe ein von einer Berliner Firma hergestelltes Fleischerzeugnis zurecht als irreführend beanstandet, urteilte das Verwaltungsgericht Berlin am Donnerstag.

Verbraucher erwarteten bei der Bezeichnung "Schweinebraten" ein "im natürlichen Zusammenhang belassenes" Stück Fleisch - und nicht eines, das aus mehreren Stücken zusammengeklebt werde, begründeten die Richter ihr Urteil. Entsprechend sei die Bezeichnung tatsächlich irreführend.

Das Berliner Unternehmen verwendet Schweinefleisch-Stücke und spritzt dort Kochsalz-Lake hinein. Danach wird das Fleisch laut Gericht getumbelt - das heißt für mehrere Stunden gewälzt. Dadurch wird das Fleisch zarter, zugleich wird Eiweiß freigesetzt. Anschließend werden die Fleischstücke in einer Dose gegart, wobei sie sich dank des Eiweißes verbinden. Zum Schluss wird das Fleisch in Scheiben geschnitten und für Fertiggerichte verschiedener Hersteller verwandt.

(Az. VG 14 K 43.09)

(AFP/felt)