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Angeschlagene Mittelstandsbank: KfW einigt sich auf IKB-Verkauf

Angeschlagene Mittelstandsbank : KfW einigt sich auf IKB-Verkauf

Berlin (RP). Der Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB scheint unter Dach und Fach: "Wir sind uns einig", sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) nach einer Sitzung des Präsidialausschusses der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), deren Anteil an der Bank veräußert werden soll.

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p class="text">Das Gremium sollte eine Vorentscheidung über den Verkauf der IKB treffen, für die es zuletzt noch zwei Bieter gab. Aus Finanzkreisen hieß es, der US-Finanzinvestor Lone Star gehe davon aus, dass er das Rennen um die Bank gemacht habe. Peer Steinbrück will sich am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zu Details äußern.

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p class="text">Im Vorfeld der Sitzung hatten FDP und Linke der Bundesregierung Versagen vorgehalten. "Risiken in Höhe von 9,8 Milliarden Euro sind inzwischen abgedeckt worden. Und niemand weiß, ob das Ende der Fahnenstange damit erreicht ist”, kritisierte gestern der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Zeil. Das sei eine fatale Bilanz für den Bund und für den Steuerzahler, der die Zeche letztlich zahle. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Die Linke, Herbert Schui, erklärte, es sei kein gutes Geschäft für den Staat, Milliarden zuzuschießen, und dann das gesunde Mittelstandsgeschäft zu verschenken.

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p class="text">Der Verkauf des Anteils KfW an der IKB soll möglichst schnell über die Bühne gehen ­ auch, weil die Bundesregierung unbelastet von dem Desaster um die Bank ins Wahljahr 2009 gehen möchte. Das Kapitel sei aber auch mit einem erfolgreichen Verkauf nicht endgültig abgeschlossen. Gegen mehrere Manager ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Untreue und Verstößen gegen das Aktiengesetz. Dutzende Kleinanleger haben eine Klagewelle gegen die Bank gestartet. Zwar sind bisher alle Schadenersatzansprüche abgewiesen worden, aber knapp 50 Verfahren sind am Düsseldorfer Landgericht noch anhängig.

Mit dem Beinahe-Kollaps der IKB hatte die US-Hypothekenkrise im Sommer 2007 auch Deutschland erfasst. Die KfW musste die IKB mit Hilfe anderer Geldhäuser mehrmals mit Milliardensummen retten, was der Förderbank hohe Verluste beschert und sie in eine tiefe Krise gestürzt hat. Die frühere Vorstandschefin Ingrid Matthäus-Maier musste deshalb ihren Hut nehmen. Sie wird im September durch den bisherigen Vorstandssprecher der NRW.Bank, Ulrich Schröder, abgelöst.

(ap)