Telekom-Datenskandal: Kein Verfahren gegen Ricke und Zumwinkel

Telekom-Datenskandal: Kein Verfahren gegen Ricke und Zumwinkel

München (RPO). Im Telekom-Datenskandal wird die Staatsanwaltschaft Bonn die Verfahren gegen Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke und den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel anscheinend einstellen.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, Oberstaatsanwalt Fred Apostel habe bestätigt, es gebe zwar Indizien, wonach die Telekom-Spitze Gewerkschafter und Journalisten habe ausschnüffeln lassen, um undichte Stellen zu enttarnen.

Dennoch hätten die Ermittler die Einlassungen Rickes und Zumwinkels letztendlich nicht widerlegen können. Das Blatt schrieb, die Bonner Ermittler würden vier Verdächtigen aus der zweiten Reihe den Prozess wegen Untreue und illegaler Auswertung von Telefonverbindungsdaten machen, darunter dem Chef einer Berliner Detektei und dem früheren Konzern-Chefermittler Klaus Trzeschan.

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Dem Magazin zufolge blockt in dem Verfahren einer der Hauptbelastungszeugen weitere Aussagen ab. Der Anwalt Michael Hoffmann-Becking habe 2005 während des Spähmanövers klären sollen, ob alles rechtens sei. Er wolle im Oktober 2005 mit Zumwinkel und Ricke über die Angelegenheit gesprochen haben. Drei Jahre später habe er bei der Staatsanwaltschaft angedeutet, es könnte auch um das Sammeln von Telefondaten gegangen sein. Ganz genau könne er sich nicht erinnern.

Das Blatt schrieb, die Bonner Staatsanwälte hätten vergeblich versucht, Hoffmann-Becking durch die Androhung von Ordnungsgeldern und einen Gerichtsbeschluss im Dezember zur Preisgabe weiterer Einzelheiten des Treffens mit der Konzernführung zu zwingen. Zudem sei es den Experten des Bundeskriminalamtes nicht gelungen, die Daten auf den beschlagnahmten Computern des Ex-Telekom-Managers Trzeschan und des mitbeschuldigten Inhabers einer Sicherheitsfirma zu entschlüsseln.

(DDP/nbe)