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"Die Preissignale funktionieren": Kassen mit Zusatzbeitrag laufen Mitglieder weg

"Die Preissignale funktionieren" : Kassen mit Zusatzbeitrag laufen Mitglieder weg

(RP). Immer mehr Krankenversicherte, deren Kassen einen Zusatzbeitrag erheben, suchen sich eine neue Versicherung. Nach einer Umfrage unserer Zeitung haben allein der AOK-Verband, die Barmer/GEK und die Techniker-Kasse (TK) im ersten Quartal dieses Jahres 444 000 neue Mitglieder gewonnen.

Diese drei großen Kassen erheben bislang keinen Zusatzbeitrag. "Bei uns kommen die Aufnahmeanträge waschkörbeweise an", sagte ein TK-Sprecher. Die Kassen können seit Januar 2009 einen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Sie dürfen entweder acht Euro pauschal oder bis zu einem Prozent des Einkommens (höchstens 37,50 Euro) fordern.

Die Kassenflucht wurde in Gang gesetzt, als eine Reihe von Kassen Ende Januar den Zusatzbeitrag ankündigten. Das waren unter anderem die DAK, die KKH und einige BKK-Unternehmen. In der Regierungskoalition wird der Wechselwille der Versicherten positiv bewertet. "Die Preissignale funktionieren", sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn unserer Zeitung.

Verlierer sind die Kassen mit Zusatzbeitrag. Allein die BKK Heilberufe mit Sitz in Düsseldorf, die seit Januar zusätzlich ein Prozent des Einkommens nimmt, erhielt seitdem 50 000 Kündigungen. Die Kasse hatte ursprünglich mehr als 170 000 Mitglieder.

(RP)