1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Karstadt: Chef will breiteres Sortiment und mehr Kundenorientierung

Kaufhauskette : Karstadt-Chef will breiteres Sortiment und Kundenorientierung

Karstadt-Chef Stephan Fanderl hat der Belegschaft seine Pläne für die Zukunft der angeschlagenen Kaufhauskette erläutert. Demnach soll das Sortiment "breiter werden und nicht spitzer." Die Karstadt-Häuser sollten zudem "die kundenorientiertesten Geschäfte in der jeweiligen Stadt" sein.

Dies gehe aus einem Schreiben an die Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag, hervor. Darin werden Äußerungen Fanderls bei einer Führungskräftekonferenz des Unternehmens Ende April wiedergegeben.

Über das Schreiben hatte zuerst die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet. Fanderl will dem Papier zufolge, dass die Bereiche "Food und Gastro" auf Rendite getrimmt werden. Zudem sollten die Filialen für die Kunden "wesentlich einfacher zu verstehen" sein. "Wir müssen es über die Ware und klare Aussagen schaffen, dass sich der Kunde problemlos durch die Etagen leitet", verlangte Fanderl.

Individuelle Stärken der Häuser fördern

Große Bedeutung maß der Unternehmenschef auch den jeweiligen Erfahrungen in den einzelnen Häusern bei. "Wir setzen ganz klar auf die Stärken im jeweiligen Haus. Dort sitzen die Erfahrung und das Wissen über unsere lokalen Kunden", führte Fanderl dem Papier zufolge aus.

Zugleich sprach er den Mitarbeitern Mut zu. "Wir haben alle Trümpfe selbst in der Hand. Immer noch Millionen loyaler Kunden." Die Warenhauskette habe "zwei Weltkriege, zwei Börsencrashs und drei Währungsreformen" sowie die Insolvenz vor fünf Jahren überlebt. "Der gesunde Kern von Karstadt ist verdammt stark", resümierte Fanderl.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte vor wenigen Tagen beschlossen, im kommenden Jahr fünf weitere Karstadt-Filialen zu schließen. Bereits 2015 machen sechs Häuser dicht. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Karstadt-Gesamtbetriebsrat kritisierten die Entscheidung für weitere Schließungen scharf.

(AFP)