Kai Wilhelm Franzmeyer geht: Portigon braucht neuen Chef

WestLB-Nachfolgerin: Portigon braucht neuen Chef - Franzmeyer geht

Stühlerücken an der Spitze der WestLB-Nachfolgerin Portigon. Vorstandschef Kai Wilhelm Franzmeyer scheidet aus, teilte die Portigon AG am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens beschloss am Mittwoch einstimmig die sofortige Trennung vom bisherigen Vorstandsvorsitzenden Kai Wilhelm Franzmeyer, wie Aufsichtsratschef Friedhelm Plogmann mitteilte. Als Grund nannte er "unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung der Geschäftspolitik". Franzmeyer stand erst seit Ende April 2014 an der Spitze des Unternehmens. Einen Nachfolger konnte der Aufsichtsratschef zunächst noch nicht präsentieren. Doch soll die Entscheidung "schnellstmöglich" fallen.

Grund für die Trennung waren Plogmann zufolge unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Portigon Servicetochter PFS, die als Dienstleister wichtige Aufgaben für die WestLB-Bad-Bank EAA wahrnimmt. Franzmeyer favorisierte den Angaben zufolge weiterhin eine Privatisierung der PFS.

Der Portigon-Aufsichtsrat und das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer planen dagegen inzwischen die Übertragung der Portigon-Tochter auf die EAA, ihren einzigen Auftraggeber. Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) betonte, nur auf diesem Weg könne aus Sicht des Landes die operative Stabilität der Bad Bank gesichert werden. Ein Verkauf der PFS an Finanzinvestoren berge dagegen große Risiken, für die erfolgreiche Abwicklung der WestLB-Hinterlassenschaften.

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Bereits im September soll nach den Plänen des Aufsichtsrats die Entscheidung über eine Übertragung der PFS auf die EAA fallen. Damit würden auch rund 560 PFS-Mitarbeiter zu der Bad-Bank wechseln. Ein weiterer Stellenabbau sei im Zusammenhang mit der Übernahme aber wohl nicht zu vermeiden, sagte Plogmann.

Der Düsseldorfer Bankkonzern WestLB wurde nach schweren Krisen Mitte 2012 auf Druck der EU-Wettbewerbshüter zerschlagen.

(dpa)