Ergebnisse für zweites Quartal: JPMorgan Chase verliert 4,4 Milliarden Dollar

Ergebnisse für zweites Quartal : JPMorgan Chase verliert 4,4 Milliarden Dollar

Der größten US-Bank JPMorgan Chase haben Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen deutlich größere Verluste beschert als zunächst angenommen. Die Bank verlor mit den Geschäften im zweiten Quartal 4,4 Milliarden Dollar (3,49 Milliarden Euro) - mehr als doppelt so viel wie vorhergesagt, wie das Unternehmen in New York mitteilte.

Das sorgte auch für einen Rückgang des Unternehmensgewinns: Er fiel demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf fünf Milliarden Dollar. Verglichen mit dem ersten Quartal 2012 sank der Gewinn um 459 Millionen Dollar.

Im Mai hatte das Institut eingeräumt, dass die Investmentabteilung bei Spekulationen mit Kreditausfallversicherungen mehrere Milliarden Dollar verzockt hatte. Zunächst war die Bank damals von zwei Milliarden Dollar Verlust ausgegangen. Die Abteilung in London habe "unerhörte Fehler" gemacht, hatte Vorstandschef Jamie Dimon eingeräumt. Dies sei "nicht die Art und Weise, wie wir unser Geschäft betreiben", hatte er seine Mitarbeiter gerügt.

Am Freitag versprach Dimon, sein Institut habe die Risiken solcher Wett-Geschäfte "bedeutend reduziert". Dennoch könnten der Bank aus dem verunglückten Deal noch mehr Verluste blühen: Weitere 800 Millionen bis 1,7 Milliarden Dollar könnte JPMorgan noch verlieren, warnte Dimon. In Zukunft werde die Investmentabteilung auf weniger riskante Geschäfte setzen.

Anleger waren vor der Präsentation der Quartalszahlen von noch höheren Verlusten für das Bankhaus ausgegangen. Mit Erleichterung reagierte daher die Börse auf die Botschaft des Instituts. Unmittelbar nach Handelsstart sprang der Kurs der JPMorgan-Aktie an der New Yorker Börse um fast vier Prozent nach oben. Schon nach kurzer Zeit pendelte er sich aber im Umfeld des Schlusswerts vom Vortag bei rund 27,20 Dollar ein.

(dpa)