Gegen Hartz-IV-Sünder: Jobcenter verhängen mehr Strafen

Gegen Hartz-IV-Sünder : Jobcenter verhängen mehr Strafen

Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher ist im vergangenen Jahr gestiegen. Zwischen Januar und August 2012 haben die Jobcenter bei 3,3 bis 3,4 Prozent aller Arbeitslosengeld-II-Bezieher vorübergehend die Bezüge gekürzt, weil sie gegen Vorschriften verstoßen haben.

Im Durchschnitt des Jahres 2011 hatte die Quote noch bei 3,2 Prozent gelegen. Dies geht aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Den Daten zufolge überschritt die Zahl der Sanktionen im Jahresschnitt 2012 die Millionengrenze. Die Jobcenter verhängten insgesamt 1,016 Millionen Strafen. Im Jahr 2011 summierte sich die Zahl der Sanktionen noch auf 912.000.

Besonders streng gehen die Behörden bei jugendlichen Hartz-IV-Empfängern vor, die sich nicht an die vorgeschriebenen Regeln halten. Bei den Arbeitslosengeld-II-Empfängern unter 25 Jahren stieg die Quote der verhängten Sanktionen von 4,8 Prozent im Jahr 2011 auf nunmehr fünf Prozent. In Berlin werden am meisten Sanktionen ausgesprochen, im Saarland ist die Zahl am niedrigsten.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verhängten die Behörden 2012 gegen drei Prozent aller Betroffenen Strafen — am häufigsten geschieht das wegen Meldeversäumnissen.

Wenn Hartz-IV-Empfänger nicht zum Termin beim Jobcenter erscheinen, wird ihnen zum Beispiel das Arbeitslosengeld II für drei Monate um zehn Prozent gekürzt.

Hier geht es zur Infostrecke: 13 Fakten zu Hartz IV

(mar)
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