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"Behandelt wie bei Schwerverbrecher": Jetzt geht Ackermann in die Offensive

"Behandelt wie bei Schwerverbrecher" : Jetzt geht Ackermann in die Offensive

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die Staatsanwaltschaft wegen der Durchsuchung seiner Büroräume massiv kritisiert.Er fühle sich wie ein Schwerverbrecher behandelt und in seiner Ehre verletzt.

Die Ermittler seien "wie bei Schwerverbrechern" vorgegangen, sagte Ackermann laut der "Süddeutschen Zeitung" bei einer Veranstaltung der Zeitung am Samstag in Berlin. "Das ist unglaublich, ehrverletzend", fügte der Deutsche-Bank-Chef demnach hinzu.

Zum Vorwurf der Falschaussage gegen ihn, Aufsichtsrat-Chef Clemens Börsig und weitere ehemalige Vorstandsmitglieder der Deutschen Bank sagte Ackermann, die sechs damaligen Vorstandsmitglieder hätten sich in der Sache gegenüber den Ermittlern übereinstimmend erinnert. "Zu unterstellen, dass wir alle lügen, ist schon ein hartes Stück."

Am Montag vergangener Woche war bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft München im Rechtsstreit um die Milliardenpleite des Medienkonzerns von Leo Kirch nun auch gegen Ackermann, Börsig, den ehemaligen Vorstandschef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, und das ehemalige Vorstandsmitglied Tessen von Heydebreck ermittelt.

In diesem Zusammenhang wurden die Büros von Ackermann und Börsig sowie Breuers Privatwohnung durchsucht. Dabei soll es um den Verdacht des versuchten Prozessbetrugs gehen. Die Betroffenen sollen im Gerichtsprozess um die Pleite des Kirch-Konzerns vor dem Münchner Oberlandesgericht Falschaussagen gemacht haben.

In der vergangenen Woche hatte Ackermann Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt zurückgewiesen. Dass einige Vorstandskollegen in der jüngsten Sitzung seinen Abgang schon vor der Hauptversammlung im Mai 2012 gefordert hätten, sei "frei erfunden", sagte Ackermann am Rande einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Zuvor war bekannt geworden, dass Ackermann nicht Vorsitzender des Aufsichtsrats wird.

Hier geht es zur Infostrecke: Ackermann — immer wieder die falschen Worte

(AFP)