Hilfspaket für Griechenland muss überarbeitet werden: IWF denkt über Kauf europäischer Staatsanleihen nach

Hilfspaket für Griechenland muss überarbeitet werden : IWF denkt über Kauf europäischer Staatsanleihen nach

Brüssel (RPO). Der Europa-Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat den Kauf europäischer Staatsanleihen durch den IWF ins Spiel gebracht. Antonio Borges sagte am Mittwoch in Brüssel, neben dem Rettungsfonds EFSF könnte auch der IWF am Sekundärmarkt investieren.

Borges sprach sich gegen einen "gigantischen" Rettungsfonds aus. Eine mögliche Option wäre es, den EFSF zu nutzen, um Investoren einen Schutz vor Verlusten zu bieten, sagte er.

Das zweite Hilfspaket für Griechenland muss nach den Worten eines IWF-Vertreters wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage und der nur langsam vorankommenden Reformen überarbeitet werden. Der Internationale Währungsfonds hat sich indes zuversichtlich gezeigt, dass die nächste Rate der Hilfskredite für Griechenland überwiesen wird.

"Wir sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen zu einem positven Abschluss kommen", sagte IWF-Europadirektor Antonio Borges am Mittwoch in Brüssel. Es gebe jedoch keinen Grund zur Eile bei der Entscheidung. Borges mahnte die Euro-Länder jedoch, schnell die Schuldenkrise im Euro-Raum einzudämmen: "Eine dauerhafte Lösung zu finden für die Staatsschuldenkrise in der Eurozone ist mehr als überfällig."

Ihre Bewertung ist die Grundlage für eine Entscheidung über die Freigabe des Geldes. Ursprünglich sollte diese bereits im September fallen, Griechenland kommt nach eigenen Angaben aber noch bis Mitte November ohne weitere Hilfszahlungen aus dem Ausland über die Runden.

Überarbeitung des Hilfsprogrammes für Griechenland

Borges sprach sich für eine Überarbeitung des erst im Juli verhandelten zweiten Hilfsprogramms für Griechenland aus. Nötig sei ein Programm, das den Schwerpunkt auf die Tragfähigkeit der Schulden des Landes und ein erneutes Wachstum der am Boden liegenden griechischen Wirtschaft lege.

Griechenland hatte am Wochenende mitgeteilt, dass es in diesem und im kommenden Jahr die vereinbarten Sparziele nicht erreicht. Zudem wird die griechische Wirtschaft in diesem und dem kommenden Jahr weiter schrumpfen. Als einen Grund hatte die Regierung in Athen die vereinbarten Sparmaßnahmen genannt.

Die Eurogruppe prüft inzwischen eine größere Beteiligung der Banken an dem zweiten Hilfspaket für Griechenland, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag in Luxemburg sagte. Es werde geprüft, ob die bei der Vereinbarung des Pakets im Juli angenommenen Voraussetzungen noch gegeben sind. Sei dies nicht der Fall, könne es sein, "dass wir es anpassen müssen".

Möglich ist damit, dass die Banken einen höheren Beitrag als bislang vereinbart zur Rettung Griechenlands vor dem Bankrott leisten sollen. Im Rahmen des zweiten Hilfspakets für Griechenland war beschlossen worden, dass private Gläubiger Athens auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten müssen.

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(apd/csi)
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