1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Druckmittel: Iran droht mit exorbitanten Ölpreisen

Druckmittel : Iran droht mit exorbitanten Ölpreisen

Teheran (rpo). Der Iran setzt im Atomstreit jetzt ganz offen sein Öl als Druckmittel ein. Im Falle von Sanktionen werde man den Ölpreis "um mindestens hundert Dollar pro Barrel" in die Höhe treiben, drohte der iranische Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh.

"Wenn die Interessen des Landes angegriffen werden, werden wir alle unsere Möglichkeiten (zu reagieren) nutzen, und das Öl ist eine von ihnen", sagte Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh am Sonntag laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens. Sollte die internationale Gemeinschaft Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor verhängen, werde der Ölpreis "um mindestens hundert Dollar pro Barrel steigen", warnte der Minister. Sanktionen bezeichnete Wasiri-Hamaneh als "unvernünftig und unmöglich", da "die Ölquote des Iran und seine starke Präsenz in der Ölindustrie nicht leicht zu ersetzen" seien.

Die Welt brauche Energie und verstehe, welche Auswirkungen Sanktionen auf den iranischen Ölsektor hätten, fügte der Ölminister hinzu. "Niemand würde eine so unvernünftige Entscheidung treffen." Der Iran ist der viertgrößte Ölproduzent weltweit und der zweitgrößte innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland hatten dem Iran am 6. Juni ihr Angebotspaket vorgelegt, das unter anderem wirtschaftliche Anreize bietet, wenn Teheran sein Atomprogramm aussetzt. Mit Sanktionen wird darin nicht gedroht, allerdings ist es kein Geheimnis, dass der Westen für den Fall einer Ablehnung des Angebots durch Teheran Sanktionen erwägt.

(afp2)