Innogy: Säureanschlag auf Bernhard Günther - Ermittler spürten Informanten auf

Nach Säureattacke auf Innogy-Finanzvorstand : Privatermittler sollen anonymen Hinweisgeber aufgespürt haben

Die Ermittlungen zur Säureattacke auf Innogy-Finanzvorstand Bernhard Günther gehen weiter. Bei Innogy gibt es Verunsicherung nach Spekulationen, ein Konkurrent könnte womöglich der Auftraggeber des Attentats gewesen sein.

Bei Innogy herrscht nach der Wende im Fall des Säure-Anschlags auf Finanzvorstand Bernhard Günther Verunsicherung: Einerseits ist man froh, dass die Polizei einen Tatverdächtigen festnehmen konnte. Andererseits sorgen Spekulationen, ein Konkurrent Günthers habe womöglich den Anschlag in Auftrag gegeben, für Unruhe und Misstrauen. Welche Konkurrenten hatte Günther, der 2013 RWE-Finanzvorstand wurde und 2016 zur Tochter Innogy wechselte? Und traut man den Konkurrenten einen solchen Auftrag zu?

Bernhard Günther war im Jahr 2012 Opfer einer Prügelattacke geworden, im März 2018 war er beim Joggen in Haan mit Säure überschüttet und schwer verletzt worden. Er kämpfte sich zurück in den Beruf und ist heute für die Integration von Innogy in den Eon-Konzern mitverantwortlich.

Aufgespürt wurde der Hinweisgeber, dessen Tipp zur Verhaftung eines Mannes führte, nicht von Polizei oder Staatsanwaltschaft, sondern offenbar von einer privaten Sicherheitsfirma, wie es in Branchenkreisen heißt. Nachdem die Staatsanwaltschaft Wuppertal die Ermittlung im Herbst 2018 eingestellt hatte, suchten demnach von Innogy beauftragte Privatermittler weiter. Bei ihnen soll es sich um die Firma „System 360“ handeln. Diese erklärte: „Es gehört zu unseren Leitlinien, weder über Auftragsinhalte noch über Auftraggeber Auskünfte zu geben.“ Auch Innogy äußerte sich nicht und verwies an die Behörden. Der Konzern hatte eine Belohnung von 80.000 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal bestätigte nun, dass weder sie noch die Polizei den Informanten kennt. „Es gab zum Säure-Anschlag einen anonymen Hinweisgeber, dessen Hinweisen die Polizei Düsseldorf nachgegangen ist. Aufgrund dieser Ermittlungen haben wir den Haftbefehl gegen einen dringend tatverdächtigen Mann beantragt, der in Köln vollstreckt wurde. Staatsanwaltschaft und Polizei kennen die Personalien des Hinweisgebers nicht“, sagte Staatsanwältin Dorothea Tumeltshammer unserer Redaktion.

Zur Frage, ob sich zuvor Günthers Ehefrau per Brief über die Verfahrenseinstellung beklagt hatte, sagte Tumeltshammer: „Es liegen keine Beschwerden gegen die Einstellung des Verfahrens vor. Über die interne Kommunikation des Geschädigten und seiner Ehefrau mit den Ermittlungsbehörden werden keine Angaben gemacht.“

Mehr von RP ONLINE