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Inflation: So viele Unternehmen wie noch nie wollen Preise erhöhen

Inflation : So viele Unternehmen wie noch nie wollen Preise erhöhen

Auf die Verbraucher kommt wohl eine weitere Runde erhöhter Preise zu: So viele Unternehmen wie noch nie wollen ihre Preise erhöhen. Das Barometer für die Preiserwartungen erreichte im April mit 62 Punkten einen Rekordstand.

Das teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mit. Im März waren es noch 55 Punkte. Immer mehr Unternehmen planen demnach, ihre Preise in den kommenden drei Monaten nach oben zu schrauben. „Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über 7 Prozent liegen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser voraus. Im April hat die Teuerungsrate mit 7,4 Prozent den höchsten Stand seit 1981 erreicht, da sich infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine vor allem Energie merklich verteuerte. Auch Nahrungsmittel kosteten deutlich mehr als ein Jahr zuvor.

Besonders hoch waren die Ifo-Preiserwartungen im Großhandel mit 79,3 Punkten, gefolgt vom Einzelhandel mit 75,4 Punkten und der Industrie mit 73,1 Punkten. Am Ende der Skala liegen der Bau mit 64,2 Punkten und die Dienstleister mit 51,5 Punkten. Hauptursache für die kräftigen Preisanhebungen sind gestiegene Kosten bei der Beschaffung von Energie, Rohstoffen, sonstigen Vorprodukten und Handelswaren.

„In unserer jüngsten Befragung im April gaben die Unternehmen allerdings an, dass sie diese Kosten nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben können und entsprechend ihre Gewinnmargen verringern“, sagte Wollmershäuser. 57,7 Prozent der Großhändler können demnach ihre Kosten durchreichen, gefolgt von der Industrie mit 51,4 Prozent. Im Einzelhandel, auf dem Bau und bei den Dienstleistern kann mit 35,3 Prozent, 25,2 Prozent bzw. 23,8 Prozent „nur ein geringer Teil der Kostenanstiege weitergegeben werden“, sagte Wollmershäuser.

Die Punkte bei den Ifo-Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Das Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

(felt/Reuters)