Beiträge zur Krankenversicherung: Immer mehr Deutsche zahlen nicht

Beiträge zur Krankenversicherung : Immer mehr Deutsche zahlen nicht

Die Außenstände der gesetzlichen Krankenversicherung durch säumige Beitragszahler sind einem Medienbericht zufolge binnen eines Jahres um 55 Prozent gestiegen. Die Summe der nicht gezahlten Beiträge beläuft sich auf 1,67 Milliarden Euro.

Dies habe der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bestätigt, berichtete die Zeitung "Tagesspiegel" vorab. Demnach erhöhte sich die Summe der nicht gezahlten Beiträge im Juni auf 1,67 Milliarden Euro von 1,08 Milliarden im August 2011.

Allein bei der BarmerGEK hätten sich die Rückstände durch 52.000 Privatschuldner auf 227 Millionen Euro summiert. Hinzu kämen etwa 300 Millionen Euro, die Arbeitgeber für ihre Beschäftigten schuldig geblieben seien. Hintergrund der säumigen Zahlungen ist die 2007 unter Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eingeführte Versicherungspflicht.

Alle Bürger sind seitdem dazu angehalten, einer Kasse anzugehören. Oftmals zahlen jedoch Selbstständige und verarmte Personen ihre Beiträge nicht. Säumige Versicherte werden in der Regel mehrfach angemahnt und müssen einen Säumniszuschlag leisten.

Als letzte Möglichkeit können die Krankenkassen die Leistungen aussetzen. Ausgenommen davon sind Behandlungen akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft. Auch Zwangsvollstreckungen, etwa Pfändungen, sind möglich.

Der CDU-Politiker Jens Spahn forderte dem Blatt zufolge, Selbstständige mit geringem Einkommen bei den Krankenkassenbeiträgen zu entlasten. Es liege "nicht in unserem Interesse, dass man Kioskbesitzer und andere Kleinunternehmer in Zahlungsprobleme treibt", sagte er.

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(REU)