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Netzagentur warnt: Im Sommer drohen Stromausfälle

Netzagentur warnt : Im Sommer drohen Stromausfälle

Bonn (RPO). Die Bundesnetzagentur warnt vor Stromausfällen im Sommer. Wenn es sehr heiß werde, könne die Lage in Europa kritisch werden. Wenn wegen des schwachen Windes die Winderzeugung ausfalle und die Kraftwerke wegen mangelnden Kühlwassers gedrosselt werden müssten, könne es zu Engpässen kommen.

Die Tatsache, dass Deutschland im Jahr 2006 mehr Strom exportiert als importiert habe, sollte nicht "in trügerischer Sicherheit wiegen", sagte Behördenchef Matthias Kurth am Mittwoch in Bonn. RWE-Chef Jürgen Großmann hatte bereits im Februar vor mehrtägigen Stromausfällen in diesem Sommer gewarnt. Er forderte deshalb neue Kraftwerke und die Abkehr vom Atomausstieg.

Die Jahresbilanzen der Stromkonzerne sagten wenig darüber aus, wie sich die Situation in Belastungsphasen darstelle, sagte Kurth weiter. Aus den Netzausbau- und den Netzzustandsberichten der Betreiber für das Jahr 2006 sei ein "erheblicher Ausbaubedarf für das deutsche Netz ersichtlich". Experten fordern angesichts knapper Kapazitäten in Europa den Neubau von Kraftwerken sowie die bessere Vernetzung der Stromleitungen in Europa.

Die steigenden Strompreise in Deutschland sorgen nach Angaben der Bundesnetzagentur für einen regen Wechsel des Anbieters. Im vergangenen Jahr entschieden sich demnach voraussichtlich rund 1,3 Millionen Kunden für einen neuen Versorger. Das waren doppelt so viele wie noch 2006. Dieser Trend werde sich in diesem Jahr verstärken, sagte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur AFP. Die Zahl der Anbieter wachse: Immer mehr Unternehmen böten bundesweit Strom an, auch zahlreiche Stadtwerke belieferten Kunden außerhalb ihres angestammten Versorgungsgebiets mit Strom.

Auf dem Gasmarkt seien mittlerweile ebenfalls die Voraussetzungen für mehr Wechsel geschaffen, sagte die Sprecherin weiter. Es gebe bereits mehr bundesweite Anbieter.

In Deutschland ist der Gasmarkt bislang allerdings sehr kleinteilig organisiert, was es Wettbewerbern oft schwer macht, mit überregionalen Angeboten zu starten. Außerdem wird das meiste importierte Gas von wenigen Unternehmen eingekauft. Auch hier gibt es kaum Wettbewerb.

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(afp)