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Düsseldorf: IKB-Verlust steigt auf 431 Millionen Euro

Düsseldorf : IKB-Verlust steigt auf 431 Millionen Euro

Der Abbau von 200 Arbeitsplätzen, den die IKB vor knapp zwei Wochen bestätigt hat, ist die erste spürbare Reaktion darauf, dass die Düsseldorfer Mittelstandsbank noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011/2012, das am 31. März endet, weist das Institut einen Verlust von 431 Millionen Euro aus. Das ist beinahe dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die IKB begründet dies vor allem mit Wertverlusten in der globalen Staatsschuldenkrise.

Eigentlich sollte das Unternehmen schon längst verkauft sein. Doch die französische Großbank BNP Paribas, die im vergangenen Sommer als einziger ernsthafter Kauf-Kandidat galt, hat allem Anschein nach längst das Interesse verloren. Dass die IKB als Gesamtpaket noch einen Abnehmer findet, wird dem Vernehmen nach auch in den Reihen des Eigentümers Lone Star stark bezweifelt. Der US-Finanzinvestor hatte die Mehrheit an der Bank im Oktober 2008 von der Förderbank KfW übernommen und sucht seit fast eineinhalb Jahren nach einer Verkaufsmöglichkeit.

Aber das ist schwierig. Die IKB selbst kündigt mit schöner Regelmäßigkeit an, dass Gewinne auf Jahre hinaus nicht zu erwarten seien, und kleidet dies in Formulierungen wie jene, "dass für mehrere Geschäftsjahre keine oder nur geringe Überschüsse im Konzern und in der IKB AG ausgewiesen werden" Die Krise verschlimmert das Problem noch: "Aufgrund der anhaltenden Kriseneinflüsse sind auch die Ertragserwartungen . . . zeitlich verschoben, und das Geschäftsmodell der IKB wird sich verzögert in ein positives Ergebnis umsetzen lassen."

Wie lange die Wartefrist ist, bleibt offen. Das Neugeschäft jedenfalls ist bis Dezember noch einmal um siebeneinhalb Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurückgegangen. Die IKB spricht davon, dass sie "das bilanzwirksame Kreditgeschäft selektiv" betreibt. Dass die Bank auch über Festgeld-Angebote Kundeneinlagen generiert, stabilisiere zwar die Liquiditätslage, doch große Sprünge seien damit nicht möglich, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Die einzige Möglichkeit, die Bank oder größere Teile davon einem potenziellen neuen Käufer schmackhaft zu machen, seien weitere Kosteneinsparungen.

Der sich anbahnende Jobabbau hatte unlängst neue Aufregung in der IKB-Belegschaft ausgelöst. Immerhin verliert die Bank damit mehr als jeden sechsten Job. Die Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat über einen Sozialplan laufen bereits. Die IKB war vor mehr als viereinhalb Jahren als erste deutsche Bank in den Sog der Finanzkrise geraten und musste mit einer milliardenschweren Unterstützungsaktion vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

(RP/rm)