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Spekulationen um Kandidaten: IKB: Heute läuft Bieterfrist für Käufer ab

Spekulationen um Kandidaten : IKB: Heute läuft Bieterfrist für Käufer ab

Düsseldorf (RPO). Wenn es um die Zukunft des Düsseldorfer Mittelstandsfinanzierers IKB geht, hüllen sich seit geraumer Zeit alle Beteiligten am liebsten in Schweigen. Kein Wunder, denn der geplante Verkauf der krisengeschüttelten Bank ist alles andere als ein Kinderspiel für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Heute läuft die Frist ab, bis zu der Interessenten ein Angebot für die IKB abgeben können. Gestern gab es Spekulationen, dass dies nur zwei der bisher drei Kandidaten tun würden: die schwedische Bank SEB und die zur Ripplewood-Gruppe gehörende Beteiligungsgesellschaft RHJI, die der frühere Bankmanager Leonhard Fischer führt. Der US-Finanzinvestor Lonestar habe das Interesse verloren, hieß es in Bankenkreisen. Nur eine Finte? Schwer zu sagen. Sicher scheint, dass der Ex-Dresdner-Bank-Vorstand Fischer derjenige ist, der für seinen Arbeitgeber das Interesse an der IKB mit dem größten Nachdruck verfolgt hat.

Bangen um Standort Düsseldorf

Die SEB, der in Deutschland bereits die BfG-Bank gehört, dürfte dagegen zumindest kaum geneigt sein, zwei Bankentöchter mit großen Unternehmenszentralen zu behalten. Das heißt zwar nicht, dass die Schweden aus dem Bieterprozess um die IKB aussteigen. Aber eine der Zentralen in Frankfurt am Main oder Düsseldorf würde wohl wegfallen. Die IKB beschäftigt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt derzeit ungefähr 1000 ihrer rund 1700 Mitarbeiter.

Unabhängig davon ist weiterhin unklar, wann die KfW die angekündigte milliardenschwere Kapitalerhöhung durchziehen kann. Denn noch immer ist diese dringend notwendige Finanzspritze für die IKB nicht im Handelsregister eingetragen. Mittlerweile läuft ein Eilantrag beim Düsseldorfer Landgericht, mit dem das Verfahren im Interesse eines möglichst schnellen Verkaufs beschleunigt werden soll. Ansonsten könne es sein, dass sich das Ganze ins nächste Jahr zieht und damit zum unliebsamen Thema im Bundestagswahlkampf werde.

Die IKB konnte nach ihren Fehlspekulationen am US-Hypothekenmarkt nur durch mehrfache Milliardenspritzen vor der Pleite bewahrt werden. Mittlerweile wird sie an der Börse nach einem Kurssturz in den vergangenen Monaten nur noch mit 220 Millionen Euro bewertet. Das Bundesfinanzministerium hatte früher einen Verkaufspreis von rund 800 Millionen Euro für den Anteil der KfW veranschlagt.

(RP)