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Tarifverhandlungen: IG Metall bleibt bei 5,5 Prozent

Tarifverhandlungen : IG Metall bleibt bei 5,5 Prozent

An ihrer Forderung von 5,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten der Metall-und Elektroindustrie rüttelt die IG Metall nicht mehr. Der Vorstand sendet allerdings zwei feine Signale an die Arbeitgeber.

Bei der IG Metall steht die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Im Unterschied zu bisherigen Äußerungen definierte der Gewerkschaftsvorstand am Montag bei seiner Empfehlung an die regionalen Tarifkommissionen die Zahl aber als Obergrenze. "Eine Forderung von bis zu 5,5 Prozent mehr Geld (...) ist angemessen, von den Unternehmen finanzierbar und verschafft dem privaten Konsum Auftrieb", sagte der Erste Vorsitzende, Berthold Huber, in Frankfurt.

Schon am Morgen hatte der Gewerkschaftschef im ZDF-Morgenmagazin ein weiteres Signal an die Arbeitgeber gesandt, indem er Verhandlungen über die Laufzeit anbot. Unter Umständen würde die Gewerkschaft einen Tarifvertrag über 18 Monate abschließen. "Wir sind sowieso relativ tabufrei", sagte Huber. Schon vor Tagen hatte er allerdings klar gemacht, dass bei einer längeren Laufzeit auch ein höherer Abschluss her müsste. Die Forderung nach 5,5 Prozent gilt nur für den Zeitraum von zwölf Monaten.

In den 5,5 Prozent seien mit 3,6 Prozentpunkten die Prognosen zu Inflationsrate und Wirtschaftswachstum eingerechnet. Dieser "verteilungsneutrale" Spielraum konnte laut Gewerkschaft in den vergangenen Jahren ausgeschöpft werden. ""Wir wollen noch zwei Prozent obendrauf legen, damit die Menschen in den Konsum gehen können", sagte Huber. Die Forderungen seien nicht zu hoch: "Wenn jemand stabil da steht, dann die Metall- und Elektroindustrie."

Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger kritisierte die Einschätzung des IG-Metall-Vorstands erneut: "Kaum Wachstum, aber 5,5 Prozent fordern - das passt nicht", erklärte er in Heidelberg. "Ich habe den Eindruck, die Forderung ist künstlich mit heißer Luft aufgeblasen".

Die Industrie habe mit der Schaffung von 250.000 neuen Jobs die Binnenkonjunktur gestärkt. Ihre Sicherung müsse Vorrang haben. Wegen der stark unterschiedlichen wirtschaftlichen Lage müsse der Tarifvertrag flexibel gestaltet werden und den Unternehmen mit einer langen Laufzeit Planungssicherheit geben.

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Die endgültige Forderung der Arbeitnehmerseite wird am 15. März festgezurrt. Die Verhandlungen für den zentralen Industriezweig Deutschlands beginnen am 17. März zunächst auf regionaler Ebene, Warnstreiks sind ab Mai möglich. Schwergewichte sind die Autoindustrie, der Maschinenbau sowie die Elektrobranche.

(dpa/csr)