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Hypo Alpe Adria: BayernLB hat zuviel bezahlt

Gutachten von Finanzprofessor : BayernLB hat zuviel für Hypo Alpe Adria bezahlt

Die BayernLB hat die österreichische Bank Hypo Alpe Adria nach Ansicht eines Sachverständigen im Jahr 2007 zu teuer gekauft. Anstelle der 3,2 Milliarden Euro, die die Landesbank auf den Tisch legte, seien höchstens 2,8 Milliarden Euro angemessen gewesen, errechnete der Finanzprofessor Bernhard Schwetzler.

"Nach meinen Gutachten wäre ein geringerer Kaufpreis angemessen gewesen", sagte der Leipziger Finanzprofessor Bernhard Schwetzler am Montag im Prozess gegen die ehemaligen Top-Manager der BayernLB vor dem Landgericht München.

In seiner Expertise ermittelte er einen Wert von 2,7 bis 2,8 Milliarden Euro für die HGAA. Die angeklagten BayernLB-Vorstände legten aber einen Wert von rund 3,2 Milliarden Euro für 100 Prozent der Anteile zu Grunde und zahlten deshalb für gut die Hälfte der Anteile an der HGAA rund 1,6 Milliarden Euro. Die Staatsanwalt wirft ihnen Untreue vor, was alle sechs zum Prozessauftakt im Januar bestritten hatten.

Der Gutachter hatte den Milliardenkauf monatelang untersucht und war dabei nach eigenen Worten auf einige Bewertungsfehler gestoßen. In manchen Stellen habe die bayerische Landesbank die HGAA "schöngerechnet". Welchen Stellenwert der Vorsitzende Richter Joachim Eckert der Expertise einräumt, ist unklar.

Der Richter hatte vor Prozessbeginn kein strafbares Handeln der Vorstände bei der Übernahme der HGAA gesehen und wollte den Anklagepunkt zunächst nicht zum Prozess zulassen. Erst nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts München landete der Fall dann doch bei seiner Strafkammer. Ein Ende des Prozesses ist auch nach 15 Verhandlungstagen nicht in Sicht.

Die Hypo Alpe Adria schraubt unterdessen die Staatsverschuldung Österreichs nach oben: Mit der Gründung einer Bad Bank im September werde die Verschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt von 74,5 Prozent (Ende 2013) auf 80 Prozent steigen, teilte der Fiskalrat am Montag in Wien mit.

(dpa)