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Umstrukturierungen: Hunderte Jobs bei Eon in Gefahr

Umstrukturierungen : Hunderte Jobs bei Eon in Gefahr

Der Vorsitzende des Eon-Betriebsrates, Eberhard Schomburg, hat Umstrukturierungen von weltweit rund 1300 Stellen in dem Energiekonzern bekanntgegeben. Er fürchtet den Verlust von etwa 650 Arbeitsplätzen bis Ende 2014.

Seinen Angaben zufolge bekommen derzeit alle in dem Bereich Kraftwerkssteuerung tätigen Mitarbeiter Angebote, von ihren Arbeitsplätzen - teilweise sind diese in England und Schweden - an den Standort Essen zu wechseln.

"Bis Ende 2014 sind davon etwa 1300 Mitarbeiter weltweit betroffen", sagte Schomburg gestern in Berlin. "Ich fürchte jedoch, dass rund die Hälfte dieser Stellen wegfallen wird - zum Beispiel, weil die Mitarbeiter das Wechselangebot nach Essen nicht wahrnehmen wollen." Bei Eon könnten bis 2015 also 650 Stellen im Zuge der Maßnahmen eingebüßt werden.

Die Düsseldorfer Konzernzentrale wollte die Zahlen auf Anfrage nicht bestätigen. "Genaue Zahlen stehen derzeit noch nicht fest", sagte ein Sprecher. Hintergrund der Umstrukturierungen ist das Programm "Next Generation". Es hat zum Ziel, in Begleitung des Betriebsrates den Konzern an die Herausforderungen der Energiewende anzupassen.

So sollen etwa aus den Abteilungen für konventionelle und für erneuerbare Energiegewinnung zentrale Einheiten bei der Kraftwerkssteuerung in Essen geschaffen werden, die zuvor auf die einzelnen Kraftwerke verteilt waren. Im Zuge der Umstrukturierungen will Eon bis Ende 2015 weltweit rund 11 000 Stellen streichen.

Unterdessen hat auch Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, vor einer Energiewende zu Lasten der Beschäftigten gewarnt. Bei einer Pressekonferenz in Berlin, an der auch Schomburg teilnahm, sagte Vassiliadis, ohne klare Regeln werde die Energiewende unnötige Opfer fordern - etwa bei "guter, tariflich gestalteter Arbeit."

(jd)