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Bund zahlt restlichen Aktionären Barabfindung: HRE wird zur Staatsbank

Bund zahlt restlichen Aktionären Barabfindung : HRE wird zur Staatsbank

München (RPO). Der Bund will die Pfandbriefbank Hypo Real Estate (HRE) am kommenden Montag vollständig verstaatlichen. Die noch verbliebenen Aktionäre sollen auf der letzten Hauptversammlung gegen Zahlung einer Barabfindung von 1,30 Euro je Anteil zwangsweise ausgeschlossen werden.

Weil der bundeseigene Rettungsfonds SoFFin seit Juni genug Aktien besitzt, haben die anderen Aktionäre keinerlei Handhabe mehr gegen dieses sogenannte Squeeze-Out. Trotzdem wird eine turbulente und lange Debatte erwartet.

Aktionärsschützer und Kleinanleger haben bereits zwei Dutzend Gegenanträge eingereicht. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hält die 1,30 Euro Barabfindung für zu niedrig. Die meisten Aktionäre hatten das freiwillige Übernahmeabgebot des SoFFin im Frühjahr angenommen und 1,39 Euro je Aktie erhalten. Mögliche Klagen haben aber keine aufschiebende Wirkung.

Milliardenschwere Bürgschaften

Ohne den Einstieg des Bundes wäre die HRE längst pleite. Der Bund stützt die Hypo Real Estate gemeinsam mit einem Bankenkonsortium durch Bürgschaften in Höhe von rund 100 Milliarden Euro. Außerdem hat er bereits drei Milliarden Euro Eigenkapital eingezahlt, um die systemrelevante Pfandbriefbank über Wasser zu halten. Weitere sieben Milliarden sollen nach der vollständigen Verstaatlichung im Herbst fließen.

Die HRE, die am Markt inzwischen als pbb Deutsche Pfandbriefbank auftritt, hat im ersten Halbjahr 1,1 Milliarden Euro Verlust gemacht und wird nach Angaben von Vorstandschef Axel Wieandt frühestens 2012 aus den roten Zahlen kommen. Mit dem Bund als Eigentümer und harten Einschnitten bei den Geschäftsfeldern und beim Personal will Wieandt die Bank sanieren.

Hier geht es zur Infostrecke: Fragen und Antworten zur Hypo Real Estate

(AP/awei)