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Zuvor auch schon Milupa und Bebivita: Hipp ruft Babynahrung zurück

Zuvor auch schon Milupa und Bebivita : Hipp ruft Babynahrung zurück

Pfaffenhofen (RPO). Der Babynahrungshersteller Hipp hat die Säuglingsmilch "Hypoallergene Anfangsnahrung HA1" zurückgerufen. Grund dafür sind Spuren des Keims Enterobacter sakazakii. Betroffen sind die Chargennummern JSL MTX mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 12. Dezember 2007 und JHK MTD mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 11. Januar 2008. Mitte Juni hatten bereits Bebivita und Milupa Anfangs-Milchpulver wegen des Keims zurückgerufen.

Bei routinemäßigen Untersuchungen im Rahmen eines Programms der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Österreich (AGES) wurden einzelne unerwünschte Keime Enterobacter sakazakii entdeckt, wie Hipp weiter mitteilte. Dieser alltägliche Keim kann laut Hipp nur gefährlich werden, "wenn er sich über mehrere Stunden bei Zimmertemperatur in einer angeschüttelten Milch vermehren kann". Bei sachgemäßer Zubereitung sei die zurückgezogene Säuglingsmilch gesundheitlich völlig unbedenklich.

Der Befund habe von allen anderen vorliegenden Untersuchungsergebnissen nicht bestätigt werden können. Dennoch ziehe Hipp aus Vorsorgegründen die betroffenen Chargen aus dem Handel zurück, "obwohl die seit Januar im Handel befindliche Ware bereits vollständig verzehrt sein dürfte und dazu keinerlei Beschwerden oder Verbraucherreklamationen vorliegen".

Verbraucher, die eine Packung der "Hipp HA1" der genannten Chargen gekauft haben, können diese den Angaben zufolge im Handel umtauschen. Eltern können sich bei Fragen zu dem Thema an den Hipp-Verbraucherservice mit der Telefonnummer 08441-757384.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin kann der Keim Enterobacter sakazakii in großer Konzentration bei Säuglingen zu ernsten Infektionskrankheiten führen, die unter Umständen sogar tödlich enden können. Enterobacter sakazakii gehört zu den coliformen Bakterien und kommt in begrenztem Umfang auch im menschlichen Darm vor. Selbst wenn die Babynahrung Spuren des Keims enthalten sollte, habe man mit abgekochtem Wasser, einer raschen Zubereitung und schnellem Füttern wenig zu befürchten, erklärte das BfR. Entscheidend sei, dass heißes Wasser verwendet werde und dass keine Reste aufbewahrt würden - auch nicht im Kühlschrank. Denn dort herrsche meist nicht die unbedenkliche Temperatur von vier Grad, so dass auch bei einer Kühlung die Vermehrung des Keims nicht ausgeschlossen werden kann.

(ap)