HHU: Dekan Justus Haucap zur Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank

Bankenfusion : „Im Zweifel muss der Steuerzahler wieder ran“

Drei Fragen an Justus Haucap zu den Fusionsplänen von Deutscher Bank und Commerzbank. Haucap ist Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität.

Herr Haucap, Sie leiten das Institut für Wettbewerbsökonomie an der Uni Düsseldorf. Wie sehen Sie die Fusionspläne von Deutscher Bank und Commerzbank?

Haucap Was eine etwaige Fusion angeht, bin ich eher skeptisch. Großbanken haben in der jüngeren Zeit ja eher Probleme verursacht als welche gelöst. Je größer Banken sind, desto eher können sie das gesamte Bankensystem destabilisieren und im Zweifel muss dann der Steuerzahler mit seinem Geld wieder die Kohlen aus dem Feuer holen.

Beide Banken sind aber nicht gesund. Was schlagen Sie alternativ zu einer Fusion vor?

Haucap Es wäre besser, beide Banken würden getrennt voneinander schrumpfen.

Brauchen wir in der Finanzbranche überhaupt einen nationalen Champion, wie ihn Bundesfinanzminister Olaf Scholz durch die Fusion gerne schaffen würde?

Haucap Wir brauchen keinen nationalen Champion im Bankensektor. Für etwaige Aufgaben, die der Markt nicht löst, haben wir ohnehin schon die KfW, die NRW-Bank und andere Förderbanken. Dafür braucht man keine nationale Großbank, von der stets eine latente Gefahr für das Bankensystem ausgeht.

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