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Kommentar: Henkels grüne Realpolitik

Kommentar : Henkels grüne Realpolitik

Henkel hat dank seiner Klebstoffe 2011 so viel verdient wie noch nie. Trotz gestiegener Rohstoffpreise kletterte der operative Gewinn (EBIT) um fast acht Prozent auf den Rekordwert von 1,86 Milliarden Euro. Das teilte der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag zur Bilanzvorlage mit. Der Umsatz erreichte mit einem Anstieg von 3,4 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro ebenfalls einen Höchststand.

Auf den ersten Blick scheint die Ökostrategie von Henkel abenteuerlich. Wie soll es funktionieren, eine um 200 Prozent höhere Effektivität beim Verbrauch von Rohstoffen und Energie zu erreichen, ohne dass das Unternehmen wegen zu teurer Investitionen pleitegeht?

Tatsächlich wissen die Düsseldorfer genau, was sie machen. Gute Preise für Waschmittel wie Persil oder Syoss als Haarpflegemittel lassen sich bei den meist weiblichen Käufern nur durchsetzen, wenn das Konzernimage auch beim Ökothema bestens ist.

Zweitens soll das Ziel erst im Jahr 2030 erreicht werden — die jährliche Effizienzsteigerung von sechs Prozent ist zwar auch sehr ehrgeizig, aber möglicherweise erreichbar. Drittens sind steigende Rohstoffpreise schon jetzt Haupthindernis für höhere Gewinne. Sinkt der Verbrauch von Rohstoffen, steigen also die Gewinne. Das ist gut für die Aktionäre, sichert aber auch Arbeitsplätze.

(RP/felt)