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Hartmut Mehdorn soll in Krisengespräch Stellung beziehen

Chaos um den Hauptstadtflughafen : Hartmut Mehdorn soll in Krisengespräch Stellung beziehen

Der Hauptstadtflughafen bringt Chefmanager Mehdorn in Bedrängnis. In einem Krisengespräch soll er zu den neuen Problemen Stellung beziehen. Der Ärger bei Bund und Ländern ist groß.

Im Streit über den künftigen Hauptstadtflughafen gerät Flughafenchef Hartmut Mehdorn unter Druck. Am Freitagvormittag gab es nach neuen Problemen mit dem Milliarden-Bauprojekt ein Krisentreffen in Berlin. Vor allem Brandenburg als ein Anteilseigner zeigte sich verärgert über Mehdorns Krisenmanagement.

Finanzminister Christian Görke (Linke) forderte den Manager auf, rasch einen Zeit- und Kostenplan für den Flughafen vorzulegen. "Er muss liefern", sagte Görke am Freitag im RBB-Inforadio. Streit gibt es vor allem, nachdem Mehdorn vor weiteren Verzögerungen bei einer Eröffnung des Flughafens wegen Problemen mit dem Schallschutz gewarnt hatte.

Nach dpa-Informationen sollen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD), Mehdorn und Vertreter des Bundes zu dem Spitzengespräch zusammenkommen. Erst am Donnerstagabend musste Mehdorn im Flughafen-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags Kritik einstecken. Der Flughafenchef hatte neue Behörden-Auflagen für die Verschiebung der Nordbahn-Sanierung am neuen Hauptstadtflughafen für Verzögerungen verantwortlich gemacht.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsminister, Rainer Bomba, sagte kurz vor dem Krisentreffen im Roten Rathaus in Berlin: "Wir werden Klartext sprechen." Mehdorn habe weiterhin das volle Vertrauen "aber er muss auch wissen, dass man geschäftspolitische Entscheidungen mit dem Aufsichtsrat bespricht und nicht über die Medien oder in Briefen an einzelne Aufsichtsratsmitglieder". Bomba sagte: "Wir müssen den Flughafen endlich fertig bauen. Keine Nebenkriegsschauplätze mehr."

Brandenburgs Finanzminister beklagte, bereits seit einem Dreiviertel Jahr werde angekündigt, eine Planung zur Inbetriebnahme des Hauptterminals vorzulegen und vor allem auch eine Gesamtfinanzierung. "Das steht alles aus." Auf die Frage, ob Mehdorn bei weiteren Problemen möglicherweise eine Entlassung drohen könnte, sagte Görke: "Darüber werden wir dann in den Gremien zu reden haben."

Die Sanierung der Nordbahn ist aus Sicht des Finanzministers auch nicht der Grund dafür, dass der Flughafen möglicherweise nicht ans Netz gehen könne. Das Haupthindernis sei eine nicht funktionierende Brandschutzanlage. "Ich erwarte, dass er sich dieser konkreten Baustelle widmet und nicht ständig neue virtuelle Baustellen eröffnet", sagte Görke an die Adresse Mehdorns.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hartmut Mehdorn - Manager mit Ecken und Kanten

(dpa)