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Stiftung Warentest gibt Tipps: Gute Zinsen trotz Krise

Stiftung Warentest gibt Tipps : Gute Zinsen trotz Krise

Düsseldorf (RP). Die Notenbanken senken die Zinsen im Rekordtempo. Aktien oder Fonds haben sich als hochriskant entpuppt. Mit Tagesgeldkonten können sich Kunden hohe Renditen sichern – wenn sie zügig handeln. Die Stiftung Warentest gibt Tipps.

Düsseldorf (RP). Die Notenbanken senken die Zinsen im Rekordtempo. Aktien oder Fonds haben sich als hochriskant entpuppt. Mit Tagesgeldkonten können sich Kunden hohe Renditen sichern — wenn sie zügig handeln. Die Stiftung Warentest gibt Tipps.

Wer sein Geld in diesen turbulenten Tagen sicher anlegen will, hat es schwer. Die Notenbanken überschlagen sich mit der Senkung der Zinsen. Das lastet auch auf der Rendite der sicheren Staatsanleihen. Wer sein Erspartes beispielsweise dem deutschen Staat anvertraut, erhält zwar maximale Sicherheit, aber nur mickrige Zinsen. Selbst zehnjährige Bundesanleihen bringen kaum mehr als drei Prozent. Bundesschatzbriefe sogar noch weniger.

Doch es gibt einen Ausweg. Mit Tagesgeld und Festzinsangeboten können Kunden sich noch heute attraktive Zinsen sichern. Der Hintergrund: Die Zinsen sinken zwar, aber da sich die Banken untereinander kaum Geld leihen, sind viele Institute auf kurzfristige Einlagen ihrer Kunden angewiesen — und zahlen Zinsen weit über dem Leitzinsniveau. Das führte dazu, dass die Tagesgeldzinsen sogar noch anstiegen, obwohl die Leitzinsen sanken.

Finanztest hat die Tages- und Festgeldangebote der wichtigsten Banken untersucht und eine Fülle empfehlenswerter Angebote gefunden. Trotz allgemein sinkender Zinsen können schnelle Anleger sich noch für ein oder mehrere Jahre eine Fünf vorm Komma sichern.

Die besten Chancen auf hohe Renditen haben Neukunden. Wer bereit ist, ein neues Konto bei einer "Fremdbank" zu eröffnen, wird mit hohen Konditionen umgarnt. Befristet werden dann deutlich mehr Zinsen gezahlt als für die Stammkundschaft. Aber Vorsicht: Einige Schnäppchen gelten nur für kurze Zeit. Daher sollten sich Anleger genau informieren, wie hoch der Normalzinssatz der jeweiligen Banken liegt, um keine Enttäuschung zu erleben. Wegen häufig schwankender Zinsen vieler Banken raten die Experten von Finanztest, Banken zu bevorzugen, die über Jahre hinweg überdurchschnittliche Konditionen geboten haben (siehe Tabelle).

Bei der Flexibilität sind die Tagesgeldkonten von kaum einem anderen Produkt zu übertreffen. Das angelegte Geld ist täglich fällig. Da die Konten meist online geführt werden, kann das Geld problemlos binnen weniger Tage auf das eigene Girokonto zurücküberwiesen werden. Einsame Spitze bei den Angeboten mit deutscher Einlagensicherung ist laut Warentest die Oyak Anker Bank mit einem Zins von 5,35 Prozent. Sogar 5,75 Prozent bietet die niederländische Credit Europe Bank — für Neukunden. Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, dort nicht mehr als 20 000 Euro pro Person anzulegen.

Wer eine größere Summe über mehrere Jahre entbehren kann und sie auf die hohe Kante legen möchte, kann sich jetzt noch Konditionen weit über dem Marktdurchschnitt sichern. Wer also mit weiter sinkenden Zinsen rechnet — auf die vieles hindeutet — ist mit dreijährigen Festgeldern oder Sparbriefen gut beraten. Spitzenrenditen bieten bei diesen die Santander Consumer Bank, Santander Direkt Bank und die Volkswagen Bank direct (alle 5,25 Prozent Rendite).

Wer zeitlich einen Kompromiss sucht, für den ist ein Festgeld für sechs oder zwölf Monate eine gute Alternative. Anleger können die Zinsentwicklung so in Ruhe abwarten. Spitzenreiter für ein halbes Jahr, inklusive deutscher Einlagensicherung, ist hier wieder die Oyak Anker Bank mit 5,32 Prozent Effektivzins.

Hier geht es zur Infostrecke: Wege aus der Krise: Das raten Experten

(RP)