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"Wertverfall durch Rückruf": GM droht 10-Milliarden-Dollar-Klage

"Wertverfall durch Rückruf" : GM droht 10-Milliarden-Dollar-Klage

General Motors ist in den USA auf Zahlung von zehn Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt worden, weil wegen der vielen Rückrufe der Wiederverkaufswert von GM-Gebrauchtwagen gesunken sein soll.

Die Kanzlei Hagens Berman Sobol Shapiro erklärte am Mittwoch bei Einreichung der Klage vor einem Gericht im Kalifornien, GM habe Defekte verschleiert und Kosteneinsparungen seien dem Konzern wichtiger als die Sicherheit der Fahrzeuge gewesen. GM hat allein in diesem Jahr rund 20 Millionen Autos bei mehr als 40 Rückrufen und die Werkstätten gerufen. Das habe zu einem Wertverfall der Marke GM geführt, argumentieren die Kläger. Besitzer der Autos müssten daher beim Verkauf ihrer Fahrzeuge je nach Typ und Baujahr Preisabschläge zwischen 500 und 2600 Dollar hinnehmen. Das treffe Millionen Autobesitzer und die müsse GM entschädigen.

Der Klage können sich der Kanzlei zufolge alle Autobesitzer anschließen, die zwischen Mitte 2009 und Anfang 2014 ein Auto von GM gekauft oder geleast haben oder ihr Auto bereits mit Abschlägen verkauft haben. Die Opel-Mutter GM wollte sich am Mittwoch nicht zu der Klage äußern. Ein Sprecher sagte aber, Analysten und Verbraucher würden der Marke weiter vertrauen und das habe zu steigenden Verkaufszahlen geführt. Tatsächlich hat GM im Mai so viele Autos auf seinem Heimatmarkt verkauft wie seit Mitte 2008 nicht mehr.

GM-Chefin Mary Barra bekräftigte unterdessen vor einem Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses, ihr Unternehmen nehme alle Sicherheitsbedenken sehr ernst und Fehler der Vergangenheit würden sich nicht wiederholen. GM steht vor allem wegen defekter Zündschlösser in der Kritik, bei dem sich Motor und elektrische Systeme wie Airbags auch bei hohem Tempo unvermittelt abschalten. Mindestens 13 Menschen sind deshalb ums Leben gekommen. Skandalös ist die Affäre, weil die Probleme im Unternehmen seit mehr als zehn Jahren bekannt waren, GM aber erst im Februar 2014 mit dem Rückruf begann. Dies hat diverse Untersuchungen von den Behörden ausgelöst.

(REU)