Auswertung nach Börsenwert: Gewicht der deutschen Konzerne in der Welt nimmt ab

Auswertung nach Börsenwert: Gewicht der deutschen Konzerne in der Welt nimmt ab

Bei einem weltweiten Vergleich der 100 größten börsennotierten Unternehmen nach Marktkapitalisierung ist die deutsche Industrie deutlich zurückgefallen. Wie eine am Sonntag veröffentlichte Studie der Münchener Unternehmensberatung Progenium ergab, sind lediglich Siemens (Rang 55), SAP (79), Volkswagen (85) und BASF (92) unter den Top 100 vertreten. Ihre summierte Marktkapitalisierung zum Stichtag betrug laut Studie mit 197 Milliarden Euro gerade einmal 2,5 Prozent des Gesamtwerts aller Unternehmen.

Im Jahr 2006 waren noch E.ON, Siemens, Allianz, Deutsche Telekom, SAP und Deutsche Bank mit einem Börsen-Gesamtwert von 336 Milliarden Euro in der Liste. "Deutsche Konzerne spielen im Konzert der Unternehmensgiganten lediglich eine Randrolle, wohingegen Unternehmen aus China und Brasilien nach vorne stürmen", fasste Progenium die Ergebnisse zusammen.

Mit 264 Milliarden Euro war iPhone-Hersteller Apple 2011 das teuerste Unternehmen der Welt, vor dem Ölkonzern ExxonMobile (auch 264 Milliarden) und PetroChina (207 Milliarden).

2011 kamen 38 der Top 100-Börsenkonzerne aus den USA, 2006 waren es nach der Auszählung noch 47. Europa stellte 2011 26, vor fünf Jahren waren es noch 37.

Brasilien so stark wie Deutschland

An die Weltspitze rückten Firmen aus China und anderen Schwellenländern: Gehörte 2006 lediglich die in Hongkong gelistete China Mobile (Rang 24) zu den wertvollsten Unternehmen der Welt, so finden sich fünf Jahre später zehn chinesische Unternehmen unter den Top 100. Mit PetroChina, Industrial & Commercial Bank of China und China Mobile befinden sich allein drei chinesische Unternehmen unter den Top 10.

Neben China sind es andere Schwellenländer, die inzwischen über Großkonzerne verfügen. Brasilien zählt wie Deutschland derzeit vier Top 100-Riesen (2006: 1). Indien, Mexiko und Taiwan tauchen in dem Statistikvergleich 2011 erstmals mit eigenen Unternehmen auf.
Jenseits der USA, Europa und Japan gab es 2006 lediglich neun Unternehmen, 2011 sind es bereits 28 Unternehmen.

Progenium-Geschäftsführer Kilian Frühauf fasste seine Ergebnisse so zusammen: "Die Länderbetrachtung zeigt sehr deutlich die Verschiebung zwischen den Weltregionen. China und andere ehemalige Schwellenländer sind die großen Gewinner."

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(APD)
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