Auftakt im Sal. Oppenheim-Prozess: Gericht streicht überraschend Termine

Auftakt im Sal. Oppenheim-Prozess: Gericht streicht überraschend Termine

Im Strafprozess gegen die Ex-Führung der Bank Sal. Oppenheim hat das Kölner Landgericht am ersten Verhandlungstag die kommenden beiden Termine überraschend abgesagt. Die Verteidiger der angeklagten vier früher persönlich haftenden Bank-Gesellschafter und ihr einst enger Geschäftspartner Josef Esch rügten am Mittwoch die Besetzung des Gerichts.

Es sei unzulässig, dass der Fall der 16. großen Strafkammer zugewiesen wurde, erklärte die Verteidigung von Immobilienunternehmer Esch. Die Anwälte von Matthias Graf von Krockow, Christopher Freiherr von Oppenheim, Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt schlossen sich der Rüge an.

Entscheidung am Donnerstag

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Am Donnerstag in der kommenden Woche will die Vorsitzende Richterin Sabine Grobecker die Entscheidung ihrer 16. Kammer mitteilen, ob sich diese selbst für ordnungsgemäß besetzt hält. Die beiden Termine davor sind gestrichen. Sollte Grobecker zu dem Schluss kommen, dass ihre Kammer nicht ordnungsgemäß besetzt ist - was als praktisch ausgeschlossen gilt - wäre der Prozess geplatzt.

Noch eine weitere Entscheidung muss das Gericht in Kürze fassen: Die Staatsanwaltschaft beantragte nach Anklageverlesung, das Hauptverfahren zunächst auszusetzen. Eine neue Anklage wegen schwerer Untreue gegen dieselben fünf Beschuldigten - sie war erst am Dienstag bekanntgeworden - solle mit dem Prozess zusammengefasst werden, forderte Oberstaatsanwalt Gunnar Greier (Az 116 KLs2/12).

(dpa/csi)
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