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Gerhard Gribkowsky: Verfahren gegen Ex-BayernLB-Manager eingestellt

Prozess gegen Ex-BayernLB-Manager : Verfahren gegen Gribkowsky eingestellt

Im Strafprozess gegen die frühere BayernLB -Führungsspitze ist der ehemalige Risikovorstand Gerhard Gribkowsky aus dem Schneider. Das Landgericht München stellte am Montag den Prozess gegen Gribkowsky ein.

Gerhard Gribkowsky habe bei dem fatalen Kauf der Bank Hypo Alpe Adria durch die BayernLB keine führende Rolle gespielt, sagte der Vorsitzende Richter Joachim Eckert zur Begründung. Hauptfigur in dem Verfahren gegen nun sechs Ex-Manager wegen des Verdachts der Untreue und Bestechung sei Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt, sagte Eckert.

Mitangeklagt bleibt auch Michael Kemmer, der Schmidt auf dem Chefposten abgelöst hatte und heute Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes ist. Alle Angeklagten haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Eckert verwies darauf, dass Gribkowsky bereits wegen eines anderen Falls eine achteinhalbjährige Haftstrafe verbüße, so dass eine mögliche Strafe wegen Untreue beim Hypo-Kauf nicht mehr ins Gewicht fallen würde. Gribkowsky war 2012 in München verurteilt worden, weil er sich beim Verkauf der Formel-1-Anteile der BayernLB von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte bestechen lassen.

Gribkowsky habe sich bei der Hypo-Transaktion im Jahr 2007 nicht bereichert, sagte Eckert. Die Staatsanwaltschaft folgte dem Antrag des Managers auf Einstellung des Verfahrens gegen ihn. Sie wirft früheren BayernLB-Vorständen vor, einen überzogenen Kaufpreis für die Hypo gebilligt und damit Geld der BayernLB veruntreut zu haben. Einige von ihnen sollen zudem den mittlerweile verstorbenen Kärntner Regierungschef Jörg Haider bestochen haben.

Das österreichische Bundesland Kärnten war Hauptverkäufer der Bank. Die Übernahme endete in einem Milliarden-Desaster, weil sich die Hypo als hoffnungslos marode entpuppte. Die Kärntner Bank wurde Ende 2009 durch die Republik Österreich notverstaatlicht.

(REU)