Angebliches Konto in der Karibik: Gehört Karstadt einem Steueroasen-Trust?

Angebliches Konto in der Karibik : Gehört Karstadt einem Steueroasen-Trust?

Der Warenhauskonzern Karstadt soll nach Medieninformationen über mehrere Zwischenfirmen einem Nicolas Berggruen Charitable Trust auf den British Virgin Islands gehören.

Die "Bild am Sonntag" (BamS) beruft sich auf ihr vorliegende Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC. Der Trust halte "die Aktienbeteiligungen der Berggruen Holdings und soll gemeinnützige Aktivitäten unterstützen", zitiert die BamS aus dem SEC-Papier.

Die Geschäftsanschrift des Trusts sei ein Briefkasten vor einem Holzhaus am Pelican Drive in Road Town auf der Insel Tortola. Laut "BamS" bleiben im Ausland erwirtschaftete Erträge auf der Insel steuerfrei. Ein Berggruen-Sprecher war am Sonntag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Eine Berggruen-Sprecherin sagte der "BamS" zum Verdacht der Steuervermeidung: "Alle Unternehmen zahlen dort Steuern, wo sie beheimatet sind. Nicolas Berggruen profitiert in keiner Weise vom Nicolas Berggruen Charitable Trust. Dieser wird das Vermögen noch zu Lebzeiten Nicolas Berggruens vollständig gemeinnützigen Zwecken spenden."

In die karibische Steueroase fließen nach Informationen der "BamS" auch Gelder, die Berggruen Jahr für Jahr bekommt, weil er die Namensrechte an Karstadt erworben hat. Berggruen lege Wert darauf, dass nicht er persönlich das Geld erhält, sondern die Holding. Die residiert laut "BamS" auch auf den British Virgin Islands.

Kritik kam von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Gewerkschaftssprecher Christoph Schmitz sagte der Zeitung: "Berggruen zieht jedes Jahr Millionen bei Karstadt ab, anstatt endlich in das Unternehmen zu investieren. Er muss offenlegen, wie die Finanzströme zwischen Karstadt und seiner Stiftung laufen."

(dpa/nbe/das)
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