Geely kauft fast zehn Prozent aller Daimler-Aktien - Li Shufu jetzt größter Einzelaktionär

Geely jetzt größter Einzelaktionär: Ein Chinese kauft fast zehn Prozent aller Daimler-Aktien

Der größte Einzelaktionär bei Daimler kommt seit Freitag aus China: Der chinesische Autokonzern Geely hat die Rolle übernommen. Geely-Chef Li Shufu sicherte sich 9,7 Prozent der Daimler-Aktien.

Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung vom Freitagabend hervor. Damit steigen die Chinesen auf einen Schlag zum größten Anteilseigner des Stuttgarter Autobauers auf. Geely gehört unter anderem die schwedische Marke Volvo Cars. Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge hat der Milliardär in den vergangenen Wochen Aktien eingesammelt und dafür fast 7,5 Milliarden Euro hingeblättert. Ein Daimler-Sprecher sagte, jeder langfristig interessierte Investor sei bei den Schwaben willkommen.

Seit Wochen wurde spekuliert, der umtriebige Geely-Chef könne einen Großeinstieg bei dem Dax-Konzern planen. Bisher war der Staatsfonds von Kuwait mit 6,8 Prozent größter Anteilseigner bei Daimler, einen richtigen Ankeraktionär haben die Stuttgarter nicht.

Schummel-Software-Vorwürfe in USA

  • Abgasreinigung beim Vito : Bundesamt geht Abgas-Verdacht bei Daimler nach

Ungemach droht derweil in den USA: Zwei US-Senatoren haben Justizminister Jeff Sessions aufgefordert, Berichten über eine spezielle Software zur Schadstoffregulierung bei Daimler nachzugehen. Die Berichte würden die Frage aufwerfen, ob Daimler US-Behörden und Verbraucher getäuscht und die öffentliche Gesundheit gefährdet habe, erklärten die Demokraten Edward Markey und Richard Blumenthal am Freitag. Die Ermittler müssten geeignete Schritte gegen das Unternehmen einleiten und falls angebracht auch Strafverfahren gegen Manager in Gang bringen.

"Bild am Sonntag" hatte unter Verweis auf vertrauliche Unterlagen aus US-Ermittlungsakten berichtet, die Software sei mutmaßlich nur dazu entwickelt worden, die gängigen US-Abgastests auf dem Prüfstand zu bestehen. Ein Daimler-Sprecher hatte dazu erklärt, dass der Autobauer seit über zwei Jahren vollumfänglich mit den US-Behörden kooperiere: "Den Behörden sind die Dokumente bekannt und es ist zu keiner Anklage gekommen."

(felt)