GdL macht Druck: Platzeck und Ramelow sollen Bahn-Tarif-Streit schlichten

GdL macht Druck : Platzeck und Ramelow sollen Bahn-Tarif-Streit schlichten

Zwei erfahrene und erprobte Schlichter sollen im Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) und der Deutschen Bahn vermitteln. Die GDL benannte am Freitag Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke), die Bahn den früheren brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD).

Konzern und Gewerkschaft war es in sechs Verhandlungsrunden nicht gelungen, sich zu einigen. Ramelow und Platzeck hatten bereits im Frühsommer 2015 erfolgreich zwischen GDL und Bahn geschlichtet. In den kommenden Tagen würden beide einen ersten Sitzungstermin vereinbaren, teilte die Bahn mit. Das Schlichtungsverfahren könne bis zu drei Wochen dauern und um eine Woche verlängert werden. Beide Seiten hätten währenddessen Stillschweigen vereinbart. Für die Zeit herrscht Friedenspflicht: Reisende müssen keine Streiks befürchten.

Im Tarifkonflikt geht es neben einer höheren Vergütung auch um eine neue Verteilung zu Arbeits- und Ruhezeiten. Die Bahn bot zuletzt 4,2 Prozent mehr Lohn in zwei Stufen, eine Einmalzahlung von 550 Euro sowie ein Wahlrecht für Mitarbeiter zwischen mehr Geld, mehr Urlaub oder einer geringeren Arbeitszeit. Sie bot auch eine Verbesserung der Planbarkeit bei Schicht- und Nachtarbeit.

Die GDL warf der Bahn dagegen vor, sie sei nicht bereit, die Arbeitsbelastungen für das Zugpersonal zu verringern und Schichtrhythmen zu verbessern. Sie fordert eine echte Fünf-Tage-Woche mit anschließenden zwei Tagen Freizeit. Die Gewerkschaft erklärte die Verhandlungen am 23. Dezember für gescheitert und setzte das Schlichtungsverfahren in Gang.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL gestalteten sich bereits in den Vorjahren schwierig. Die vorangegangene Tarifrunde zog sich rund ein Jahr lang hin und wurde von neun Streiks der Lokführer begleitet. Eine Einigung wurde erst in der Schlichtung unter Ramelow und Platzeck im Juni 2015 gefunden.

Damals schlossen beide Seiten auch eine Vereinbarung, wonach die Lokführergewerkschaft künftig erst ein Schlichtungsverfahren durchlaufen muss, bevor Streiks möglich sind. Das Verfahren kann - wie nun geschehen - auch einseitig in Gang gesetzt werden. Zuvor mussten beide Seiten zustimmen, was frühere Verhandlungen erschwert hatte.

(felt/AFP)
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