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Benzin an Tankstellen könnte knapp werden: GDL bestreikt ab dem Morgen auch Personenverkehr

Benzin an Tankstellen könnte knapp werden : GDL bestreikt ab dem Morgen auch Personenverkehr

Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Mega-Streik in der Nacht zum Donnerstag auf den Personenverkehr ausgeweitet. Während die Bahn am Morgen den S-Bahn-Verkehr am Morgen teilweise aufrechterhalten kann, gibt es vor allem bei Fernreisen Probleme.

Der Arbeitskampf im Fern- und Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen begann wie von der Gewerkschaft angekündigt nach Angaben der Deutschen Bahn um 02.00 Uhr morgens. Eine Bahnsprecherin sagte dazu in Berlin, der Ersatzfahrplan sei "stabil angelaufen". Die Bahn will ein Drittel der Zugverbindungen aufrecht erhalten.

Der Streik hatte am Mittwochnachmittag bereits im Güterverkehr begonnen. Er soll bis Montagmorgen um 04.00 Uhr dauern und ist damit der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn. Zum Arbeitskampf aufgerufen sind neben den Lokführern auch Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Benzin könnte knapp werden

Weil viele Reisende und Pendler auf das Auto umsteigen, könnte Treibstoff in Deutschland knapp werden. Bei der Kraftstoffversorgung "wird es aus meiner Sicht auf jeden Fall Engpässe geben, zumal ja auch das Aufkommen im Individualverkehr erhöht sein wird", sagte Gunnar Gburek vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik dem Sender MDR Info. Raffinerien hätten Probleme, die Tankstellen zu beliefern. Gburek rechne mit Engpässen "spätestens Sonntag oder Montag".

Die Bahn sprach von "massiven Beeinträchtigungen" durch den jüngsten Streik, demnach gelang es aber zunächst wie geplant, im Fernverkehr ein Drittel der Verbindungen aufrecht zu erhalten. Im Regionalverkehr sei die Lage "sehr unterschiedlich", sagte eine Sprecherin. Der Bahn zufolge rollen in Westdeutschland und Norddeutschland rund 30 Prozent der Regional- und S-Bahnen. In Süddeutschland sind es 40 Prozent und in Ostdeutschland zwischen 15 und 30 Prozent.

Der jüngste Streikaufruf hatte der GDL scharfe Kritik von Seiten der Politik, der Wirtschaft und von Verbänden eingebracht. Die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt nannte die Gewerkschaft vor diesem Hintergrund "geschichtsvergessen", weil der Streik auch am 9. November noch andauern soll. Die GDL beeinträchtige "massiv die Feier zu 25 Jahren Mauerfall in Berlin" am Sonntag, sagte sie der Zeitung "Die Welt" vom Donnerstag. Das hohe Gut des Streikrechts dürfe nicht missbraucht werden, warnte Hasselfeldt.

Auch die Linke, die traditionell gewerkschaftsfreundlich ist, geht auf Distanz zur GDL: "Die Lohnforderungen der Lokführer sind richtig, der Streik ist falsch, weil er die Belegschaft spaltet", sagte Parteichef Bernd Riexinger. Genauso falsch sei es, wenn die Regierung dies zum Vorwand nehme, nun das Streikrecht zu schwächen.

Hier geht es zur Infostrecke: Verspätung wegen Bahnstreik: Das sind Ihre Rechte

(RP/AFP/dpa)