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"Glücksspielkönig": Gauselmann wettert gegen Staatsvertrag

"Glücksspielkönig" : Gauselmann wettert gegen Staatsvertrag

Paul Gauselmann, Marktführer bei Spielautomaten und Spielhallen in Deutschland, will sich mit aller Macht gegen gesetzliche Einschränkungen seiner Branche wehren. Der Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli in Kraft treten soll, würde das ostwestfälische Familienunternehmen als Hersteller von Automaten und Betreiber von Spielhallen doppelt treffen, warnte Gauselmann am Montag.

Bislang ist das Geldgewinnspiel in Spielhallen und Gaststätten gewerberechtlich geregelt. Künftig soll es unter den Staatsvertrag fallen und durch Spielhallengesetze geregelt werden.

Einen Vorgeschmack auf die Folgen gebe es durch die ersten Spielhallengesetze in Berlin und Bremen, schreibt Gauselmann in dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht 2011. Zusätzlich würden Kommunen die Vergnügungssteuer erhöhen und die Sperrzeiten ausweiten. In Berlin seien die Spielhallen schon jetzt nicht mehr wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. Klagen seien anhängig.

Die Gauselmann-Gruppe hat ihr Geschäft mit Glücksspielautomaten und Spielhallen im vergangenen Jahr nochmals ausgebaut. Der Umsatz stieg 2011 unterm Strich um 95 Millionen auf 1,07 Milliarden Euro. 194 Millionen Euro wurden investiert (2010: 220 Millionen Euro). Die Zahl der Mitarbeiter stieg leicht auf 6300.

In Deutschland sei der Markt mit Spielstätten gesättigt, Wachstum dort kaum zu erwarten, sagte ein Unternehmenssprecher. Darum solle der Anteil des Auslandsgeschäfts von jetzt 40 Prozent erhöht werden.

(dpa)