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Preisanhebungen bei mindestens 100 Gasversorgern: Gas wird für Millionen Verbraucher noch teurer

Preisanhebungen bei mindestens 100 Gasversorgern : Gas wird für Millionen Verbraucher noch teurer

Düsseldorf (RPO). Schlechte Nachrichten für Verbraucher: Nachdem die Spritpreise in den vergangenen Wochen immer stärker anstiegen, wird nun Gas in den nächsten Wochen noch teurer. Offenbar werden mindestens 100 Gasversorger ihre Preise in den kommenden Monaten im Durchschnitt um 10 Prozent erhöhen.

Die Preiserhöhung soll voraussichtlich im Juni und Juli erfolgen, sagte Dagmar Ginzel vom Verbraucherportal Verivox am Montag. Eine Atempause gab es zu Wochenbeginn für die ebenfalls vom Höhenflug der Energiepreise geplagten Autofahrer. Die Preise an deutschen Tankstellen sanken leicht.

Diesel, Normalbenzin und Super waren weiterhin fast gleich teuer. Ein Liter kostete am Montagnachmittag nach Angaben aus der Mineralölbranche im bundesweiten Durchschnitt 1,48 Euro. Am Wochenende waren es noch jeweils 1,49 Euro gewesen.

In der Folge der Rekordölpreise rollt derzeit eine neue Welle von Gaspreiserhöhungen auf die Verbraucher zu. Nach Angaben des Verbraucherportals TopTarif der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck erhöhen 21 Versorger die Gaspreise zum 1. Juni im Schnitt um 8,5 Prozent. Damit hätten seit Jahresanfang mehr als 250 Anbieter ihre Preise heraufgesetzt.

Ende der Preisspirale bei Gas nicht in Sicht

Zum 1. Juli würden bei weiteren 50 Versorgern Verteuerungen erwartet. Auf einen Vier-Personen-Haushalt in einem Reihenhaus könnten in einigen Städten in der Spitze Mehrkosten bis zu 223 Euro jährlich zukommen. Durch einen Anbieterwechsel könnten Verbraucher dagegen bis zu 600 Euro sparen. Ausschlaggebend für den Preisanstieg beim Gas ist die Explosion der Rohölpreise in den vergangenen Monaten. Die Gaspreise sind mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten an die Preise für Mineralöl gekoppelt.

Ein Ende der Preisspirale ist nach Einschätzung von Ginzel nicht in Sicht. Im August und September sei bei zahlreichen weiteren Gasversorgern mit Anhebungen zu rechnen. Und spätestens mit Beginn der Heizperiode am 1. November könne es erneut auf breiter Front zu Verteuerungen kommen. Bereits am Wochenende hatte der größte deutsche Gasimporteur E.ON Preiserhöhungen für Großkunden wie Stadtwerke angekündigt.

Allerdings marschieren nicht alle Gasversorger im Gleichschritt. Ein Sprecher der Energie Baden-Württemberg sagte in Stuttgart, im Augenblick plane der Energieversorger keine Erhöhung der Gaspreise. Man müsse aber genau beobachten, wie sich die Bezugskosten bei den Vorlieferanten entwickelten. Zum 1. Januar war der Tarif in der Grundversorgung um 6,9 Prozent angehoben worden.

Ölpreis pendelt sich auf hohem Niveau ein

Wirtschaftsminister Michael Glos hatte angesichts der Preiswelle bereis am Wochenende eine stärkere Kontrolle der Energiekonzerne angekündigt: "Angesichts der angekündigten Preissteigerungen für Gas werden wir sehr genau die Einkaufspreise der Energieunternehmen überprüfen. Die Konzerne werden dem Bundeskartellamt jeden Cent einer solchen Preiserhöhung erklären müssen", wurde der CSU-Politiker in der "Bild am Sonntag" zitiert.

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Der Ölpreis pendelte sich nach der Rekordjagd der vergangenen Woche auf hohem Niveau ein. Ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl kostete am Montag an der New Yorker Rohstoffbörse 133,15 Dollar, ein Plus von 96 Cents gegenüber Freitag.

(ap)