Fusion von Karstadt und Kaufhof: Schlussverkauf beim Warenhaus

Kommentar zur Fusion von Karstadt und Kaufhof : Schlussverkauf beim Warenhaus

Dass die Digitalisierung eine neue industrielle Revolution auslöst, wissen die Mitarbeiter im Handel schon lange. Erst sind die Kunden in Outletcenter abgewandert, dann ins Internet. Die junge Generation haben Karstadt und Co. längst verloren.

Hinzu kamen über Jahre Management-Fehler in Essen wie in Köln. Dass der kanadische Handelskonzern HBC glaubte, er werde der deutschen Branche mit der Kaufhof-Übernahme schon zeigen können, wie man die Kasse zum Klingeln bringt, war einer davon. Am Ende bürdete die selbst unter Druck stehende HBC dem Kaufhof in Hedgefonds-Manier saftige Mieterhöhungen auf. Das verschärfte die Krise beim Kaufhof, der lange Zeit die Nase vor Karstadt hatte.

Nun soll es die Fusion richten. Karstadt und Kaufhof wollen Gewerkschaft und Öffentlichkeit glauben machen, dass die Auswirkungen auf Standorte und Mitarbeiter überschaubar sind. Doch aus der Fusion der beiden kranken Warenhäuser wird nicht automatisch ein gesundes Unternehmen.

Die Fusion macht nur Sinn, wenn sie zu massiven Kostensenkungen führt. Und das bedeutet das Aus für eine Zentrale, viele Warenhäuser und noch mehr Arbeitsplätze. Mit der Fusion kaufen sich die beiden Riesen, die von einer einst vielfältigen Warenhaus-Branche übrig geblieben sind, etwas Zeit. Die sollten sie nutzen, um wenigstens eine Nischen-Existenz zu sichern.

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