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Wegen mangelndem Datenschutz: Frankreich droht Google mit Strafzahlungen

Wegen mangelndem Datenschutz : Frankreich droht Google mit Strafzahlungen

Frankreich hat den Internet-Konzern Google offiziell ermahnt, die Datenschutzbestimmungen des Landes zu respektieren und über die Verwendung persönlicher Daten seiner Nutzer zu informieren. Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit, um dies umzusetzen und so einer Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro zu entgehen.

Das teilte die Behörde zur Regulierung von Informationstechnologien (CNIL) am Donnerstag mit. Den Angaben zufolge hat sich Spanien der französischen Initiative angeschlossen. Großbritannien, Deutschland, Italien und die Niederlande wollten kommende Woche folgen, hieß es.

Die Länder verlangen von dem Unternehmen unter anderem, die Nutzer darüber aufzuklären, zu welchen Zwecken es die persönlichen Nutzerdaten auswerte. "Französisches Recht verlangt es, dass, wenn Daten über jemanden gesammelt werden, dafür ein bestimmter Grund vorliegen muss", erklärte CNIL-Präsidenten Isabelle Falque-Pierrotin.

Ein Sprecher des Internet-Unternehmens sagte in einer ersten Reaktion, Google glaube, seine Datenschutz-Praxis respektiere die europäischen Gesetze.

Google setzte allein im ersten Quartal des Jahres 14 Milliarden Dollar (etwa 10,5 Milliarden Euro) um, wobei der größte Anteil aus dem Werbegeschäft stammt. Dabei kann sich der Suchmaschinen-Anbieter darauf stützen, was Nutzer täglich lesen, sehen oder über das Internet kaufen.

Beobachtern zufolge verstärkt Frankreichs Initiative den Druck auf Google. Das US-Unternehmen sah sich bereits kürzlich in der Kritik wegen der Weiterreichung von Nutzerdaten im Rahmen der enthüllten Überwachungsprogramme der US-Geheimdienste.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Googles Neuheitenshow I/O 2013

(ap/csr)