Foodwatch: Verdacht auf Listerien schon Wochen vor Rückruf-Aktion

Foodwatch kritisiert : Ministerium kannte Listerien-Verdacht schon Wochen vor Rückruf-Aktion

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Informationspolitik der Behörden im Fall der Wilke-Wurst kritisiert. Das hessische Verbraucherschutzministerium habe bereits am 12. August vom Listerien-Verdacht erfahren. Der Rückruf begann erst sieben Wochen später.

Das erklärte Foodwatch unter Berufung auf Angaben des Ministeriums. Erst acht Tage später, am 20. August, seien der für die Kontrolle der Firma zuständige Landkreis sowie das Regierungspräsidium Kassel darüber informiert worden. Bis zur Stilllegung der Produktion und zum weltweiten Rückruf aller Wilke-Produkte seien damit insgesamt mehr als sieben Wochen vergangen.

"Fest steht: Das hat alles viel zu lange gedauert", kritisierte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Das Ministerium müsse nun schnell für Transparenz sorgen, forderte er.

Das Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden hatte am Montag Aufklärung zugesichert und eine Liste betroffener Marken veröffentlicht. Viele Wilke-Produkte seien zudem an Wursttheken in Supermärkten verkauft worden. Die Kunden würden deshalb "sicherheitshalber gebeten, im Zweifelsfall bei den jeweiligen Verkaufsstellen nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke verkauft wurden", erklärte das Ministerium.

Im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg war am vergangenen Mittwoch nach zwei Todesfällen durch Bakterien der Wurstbetrieb Wilke vorerst geschlossen worden. Ursache der Todesfälle waren einem Kreissprecher zufolge Listerien, die im Fleisch des Unternehmens festgestellt wurden. Bei gesunden Menschen können Listerien grippeähnliche Symptome auslösen. Für Risikogruppen, zu denen Ältere oder Schwangere zählen, können die Bakterien jedoch tödlich sein.

(lukra/AFP)
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