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Steigende Kosten für Fluggesellschaften: Flugsicherung erhöht Preise

Steigende Kosten für Fluggesellschaften : Flugsicherung erhöht Preise

Frankfurt/Main (rpo). Auf die in Deutschland aktiven Fluggesellschaften kommen neue Kosten zu. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat wegen eines Loches in ihrer Bilanz die Preise erhöht. Damit kommen auf die Fluggesellschaften Mehrkosten in Höhe von zu 13 Prozent zu, bestätigte eine DFS-Sprecherin.

Ein Lufthansa-Sprecher erklärte: "Gebührenerhöhungen passen zur Zeit nicht in die Landschaft." Ursache für das Loch in der Bilanz sind Rückstellungen von 780 Millionen Euro auf Grund einer durch EU-Recht und Luftverkehrsgesetz verlangten Umstellung auf die internationalen Bilanzierungsmethoden nach IFRS im kommenden Jahr. Dabei schlagen vor allem künftige Pensionszahlungen zu Buche.

Wie hoch die Gebührenerhöhung letztlich ausfällt, steht nach Angaben der Sprecherin erst im August fest. Noch lägen nicht alle Daten vor. Zudem soll es im Zuge der geplanten Privatisierung der DFS ein neues Gebührenmodell geben. Das Verkehrsministerium will dies den Fluggesellschaften am (morgigen) Dienstag vorstellen.

Die ohnehin gegen ausufernde Kosten wie den hohen Ölpreis ankämpfenden Fluggesellschaften wollen die Preiserhöhung offenbar nicht widerstandslos hinnehmen. "Darüber werden wir noch einige Gespräche führen", zitierte das Blatt einen nicht näher genannt Großkunden. Der Lufhansa-Sprecher wies darauf hin, dass die Starts und Landungen an deutschen Flughäfen im ersten Quartal um knapp 4,9 Prozent gestiegen seien. Die Gebühren müssten daher eigentlich sinken. Eine Erhöhung wäre dagegen ein Schritt in die falsche Richtung.

Der neue Geldbedarf überschattet dem Bericht zufolge auch die geplante Privatisierung der DFS. Bei dem für Ende des Jahres anstehenden Verkauf von 74,9 Prozent der Anteile schmälerten die hohen Verpflichtungen die Aussichten auf einen hohen Verkaufspreis, schrieb das Blatt.

Die Fluggesellschaften befürchteten, dass mit dem Einstieg renditeorientierter Investoren die Gebühren künftig explodierten. Um das zu vermeiden, hätten Unternehmen wie Lufthansa, Air Berlin sowie der Touristikkonzern TUI und die Betreiber des Frankfurter und des Münchner Flughafens selbst ihr Interesse an einem Einstieg angemeldet.

Die noch zu 100 Prozent staatliche DFS darf die Höhe der Beiträge nur zur Deckung ihrer Kosten ansetzen. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen die Gebühren kräftig gesenkt, wie das Blatt schrieb.

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(ap)