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Tarifgespräche geplatzt: Fluglotsen könnten bereits Dienstag streiken

Tarifgespräche geplatzt : Fluglotsen könnten bereits Dienstag streiken

Frankfurt (RPO). Die Tarifgespräche zwischen der Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF) und der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind geplatzt. Die GdF habe auf umfangreichen Beförderungen der Lotsen bestanden, teilte die DFS am Freitagabend mit. Zuvor habe es noch eine weitgehende Annäherung der Positionen gegeben. Nach Angaben der GdF sind Streiks ab Dienstagabend möglich.

Die Flugsicherung erklärte, es seien weitreichende Kompromisse zu fast allen Themen erreicht worden. Bei der Definition der Vergütungsgruppen sei es jedoch zum Eklat gekommen. Die Gewerkschaftsforderung hätte laut DFS zur Folge gehabt, dass zahlreiche Mitarbeiter nicht nur die bereits vereinbarte Gehaltserhöhung von 5,2 Prozent eingestrichen hätten, sondern ihr Einkommen durch eine Beförderung noch deutlich weiter gesteigert worden wäre.

Der Vorsitzende der DFS-Geschäftsführung, Dieter Kaden, appellierte an die Gewerkschaft, sich ihrer Verantwortung für das Unternehmen und die deutsche Volkswirtschaft bewusst zu sein.

GdF will am Montag über Streik beraten

Im Gegensatz zur DFS als Arbeitgeber hatte die GdF den Schlichterspruch des Münchner Arbeitsrechtlers Volker Rieble nicht angenommen, akzeptierte ihn jedoch als Grundlage für weitere Verhandlungen. Der GdF-Bundesvorstand Tarif und Recht, Markus Siebers, sagte, in den Gesprächen sei zu keinem Zeitpunkt über Geld geredet worden. Die Gewerkschaft habe die Gehaltsvorschläge Riebles vollständig akzeptiert.

Nach Angaben von Siebers herrscht nach dem Platzen der Gespräche noch drei Tage Friedenspflicht. Am Montag solle die GdF-Tarifkommission informiert und über das weitere Vorgehen beraten werden, sagte er. Da ein Streik 24 Stunden vor Beginn angekündigt werden müsse, könne ein Arbeitskampf frühestens am Dienstagabend beginnen. Wahrscheinlicher sei jedoch der Mittwochmorgen.

Schon im August standen die Zeichen auf Streik

In dem Tarifkonflikt war es von Anfang an nicht nur um die Vergütung, sondern auch um die Eingruppierung der Mitarbeiter gegangen. Bereits zum Höhepunkt der Urlaubssaison im August wollte die Gewerkschaft streiken. Ein erster Anlauf misslang, weil ein Gericht einige Forderungen der GdF für unzulässig erklärte. Im zweiten Anlauf hatten die Richter keine Einwände mehr. Der angekündigte Streik fiel aber aus, weil die Flugsicherung, wenige Stunden vor Beginn die Schlichtung anrief. Damit herrschte Friedenspflicht.

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(AP/top)