Flughafen Düsseldorf: Eurowings treibt Lufthansa in rote Zahlen

Luftfahrt : Eurowings treibt Lufthansa in rote Zahlen

Höhere Spritpreise und der Preiskampf bei Kurzstreckentickets machen Lufthansa zu schaffen. Jetzt soll der Ableger Eurowings die Kapazitäten begrenzen, in Düsseldorf wird dies bereits umgesetzt. Außerdem werden weniger sehr späte Landungen eingeplant.

Der Lufthansa-Ableger Eurowings soll dieses Jahr sein Flugangebot nicht weiter erhöhen, um die Preise zu stabilisieren und den Flugplan besser einzuhalten. Das kündigte Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson am Dienstag in Frankfurt bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Der ganze Konzern hatte einen operativen Verlust von 336 Millionen Euro zwischen Januar und März eingeflogen, wovon drei Viertel auf die aus Köln gemanagte Eurowings entfallen. Außerdem leidet die Kranichairline insgesamt unter den steigenden Spritpreisen: Sie werden in 2019 mit 6,8 Milliarden Euro rund 700 Millionen Euro höher liegen als in 2018, schätzt der Vorstand.

Obwohl Eurowings im ersten Quartal bei Kurzstreckenflügen in Europa die Kapazität um weitere zwei Prozent erhöht hatte, sank der Umsatz um drei Prozent in diesem Segment. „Überkapazitäten in Europa haben zu einem hohen Preisdruck geführt“, erklärt Lufthansa. In Düsseldorf bedeutet dies speziell, dass der Ryanair-Ableger Laudamotion gerade bei Flügen ans Mittelmeer ein zunehmend harter Wettbewerber ist. „Um standzuhalten, hat Eurowings keine Alternative, als die Kosten weiter zu senken“, sagt der Hamburger Branchenexperte Gerald Wissel.

So vereinfacht Eurowings seine Struktur: An jedem Standort soll künftig nur noch ein Flugbetrieb präsent sein. In Düsseldorf wurde darum kürzlich die frühere Air-Berlin-Tochter Luftfahrtgesellschaft Walter verkauft.

Außerdem musste Lufthansa im ganzen Jahr 2018 rund 250 Millionen Euro ausgeben, um Passagiere für ausgefallene oder stark verspätete Flüge zu entschädigen, ein großer Teil davon entfiel auf Eurowings. „Ein solches Verspätungsproblem können sich Lufthansa und Eurowings in 2019 auf keinen Fall erneut leisten“, sagt Wissel, „außerdem hoffen sie, die Preise stabilisieren zu können, wenn sie nun auf ein weiteres Wachstum bei den Kapazitäten verzichten.“

Der neue Kurs wird umgesetzt. So hat Eurowings in Düsseldorf als wichtigstem Standort je nach Uhrzeit zwei bis vier Jets als Reserveflugzeuge vorgesehen, um bei Schwierigkeiten einspringen zu können, in Köln-Bonn sind es je nach Uhrzeit eine oder zwei Jets. Diese Maschinen fallen aus für das Angebot weiterer Flüge.

Der Flugplan wurde außerdem so überarbeitet, dass weniger Landungen nach 22 Uhr vorgesehen sind, damit es bei Verspätungen keine Landungen mehr nach dem eigentlich vorgesehenen Landeende um 23 Uhr gibt. So waren in den Osterferien dieses Jahres nur 116 Landungen nach 22 Uhr in Düsseldorf eingeplant, wogegen in den Osterferien 2018 trotz deutlich weniger Flügen noch 157 Landungen nach 22 Uhr vorgesehen waren. Dies ergibt eine Analyse des Vereins gegen Fluglärm. „Wir erhöhen so unsere Qualität, begrenzen aber auch unsere Kapazitäten“ sagt ein Eurowings-Insider, „weil wir bei früheren Landungen die Flugzeuge weniger stark bis an ihr Limit ausreizen und den Reisenden seltener eine sehr späte Heimkehr zumuten.“

Dabei gibt sich Lufthansa für das Gesamtgeschäft halbwegs optimistisch: Wegen anhaltend hoher Nachfrage nach Flugreisen werde der Umsatz 2019 weltweit um vier bis sechs Prozent zulegen, erklärt der Konzern. Von jedem eingenommenen Euro sollen 6,5 Prozent bis acht Prozent als operativer Gewinn beim Unternehmen hängen bleiben.

Langfristig soll dann auch Eurowings wieder expandieren. „Wir haben Ambitionen, Eurowings letztendlich zu einem paneuropäischen Player auszubauen“, sagt Finanzvorstand Svensson.

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