1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Fliegen in Corona-Krise - Flüge werden spürbar teurer in Pandemie

Omikron bremst Luftfahrt : Fliegen wird spürbar teurer in Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie bremst die ohnehin schwächelnde Erholung der Luftfahrt zusätzlich. Die Omikron-Welle sorge für deutlich weniger Flugbetrieb im Januar und Februar.

Das erklärte der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Donnerstag. Die Fluglinien hätten wegen mangelnder Nachfrage kurzfristig bis zu ein Drittel der geplanten – und wegen Corona bereits gesenkten – Kapazitäten streichen müssen. Aktuell liege das Sitzplatzangebot an deutschen Flughäfen für Januar bis Mai bei 69 Prozent des Vorkrisen-Niveaus von 2019. Die Airlines hatten noch im Sommer mit fast 90 Prozent geplant.

Im ersten Halbjahr 2022 dürften Angebot und Nachfrage weiter sehr stark von der Corona-Entwicklung in Europa und den Beschränkungen abhängen. „Die Luftfahrt in Deutschland hat sich leider deutlich schleppender erholt als die Prognosen nach dem ersten Pandemiejahr erwarten ließen“, erklärte BDL-Präsident Peter Gerber. Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen bleibe sehr angespannt. Denn wichtige Verkehrsströme, etwa nach Asien, seien noch blockiert. Auflagen sollten schrittweise wegfallen, sobald das Infektionsgeschehen dies zulasse.

Fliegen verteuert sich derweil in der Krise spürbar. Dem Verband zufolge kosteten 2021 innereuropäische Flüge rund 22 Prozent mehr als 2019, während die Preise im interkontinentalen Verkehr um drei Prozent zulegten und auf Inlandsflügen um gut zehn Prozent. „Die Preisentwicklung im Europa-Verkehr spiegelt den verringerten Wettbewerb auf den Strecken wider.“ Zudem hätten „preissensitive Kunden eher gänzlich auf Reisen verzichtet“. Airlines hätten ihr Angebot in der Krise massiv gekappt – „damit sie nicht vor die Wand fahren, ökonomisch und betriebswirtschaftlich“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Luftverkehr bleibe ein wettbewerbsintensiver Wirtschaftsmarkt. „Deswegen wird es keine dramatischen Preissprünge nach oben geben.“ Dies gelte vor allem für innerdeutsche und interkontinentale Strecke. Höhe Preise seien zudem Folge steigender Kosten.

Der weltweite Luftverkehr mit Passagieren lag 2021 um 58 Prozent unter dem Vorkrisenjahr 2019. Dabei erholte sich der Inlandsverkehr – dank großer Märkte wie USA und China – besser als die internationalen Verbindungen. Die deutschen Fluglinien transportierten 52,5 Millionen Passagiere und damit 68 Prozent weniger als 2019. Die deutschen Flughäfen fertigten laut BDL 78,6 Millionen Fluggäste ab und verzeichneten ein Minus von 69 Prozent. Im Sommer setzte eine spürbare Erholung ein, die aber durch die Virus-Varianten Delta und Omikron jäh gestoppt wurde.

Im vorigen Jahr verloren deutsche Airlines – gemessen am Sitzplatzangebot von, nach und innerhalb Deutschlands – weitere zwei Prozent Marktanteile gegenüber dem Vorkrisenniveau. Zulegen konnten vor allem Billigflieger. Der britische Low-Cost-Carrier Easyjet konnte zwischen Oktober und Dezember seinen Umsatz massiv steigern und halbierte den operativen Verlust auf 213 Millionen Pfund. „Wir sehen einen starken Sommer“, sagte Airline-Chef Johan Lundgren. „Die aufgestaute Nachfrage wird Easyjet auf ein Kapazitätsniveau in der Nähe von 2019 zurückkehren lassen.“

(mba/Reuters)