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Spekulationen um Billiganbieter: Flexstrom: Haben keine finanziellen Probleme

Spekulationen um Billiganbieter : Flexstrom: Haben keine finanziellen Probleme

Der unabhängige Stromanbieter Flexstrom hat Spekulationen über mögliche Finanzprobleme zurückgewiesen. Zuvor gab es Medienberichte, denen zufolge Flexstrom wegen Zahlungsverzugs unter Beobachtung stehe.

"Unsere Zahlen sprechen für sich", sagte Unternehmenssprecher Dirk Hempel am Dienstag. "Da verbietet sich jede Parallele zu Teldafax." Flexstrom sei seit 2009 profitabel und jedes Jahr erhöhten sich die Gewinne. "Alles ist gut", ergänzte er. Der Billiganbieter Teldafax war im vergangenen Jahr an seinen Schulden zerbrochen.

Das "Handelsblatt" berichtete, Flexstrom stehe bei allen vier großen Stromkonzernen nach häufigem Zahlungsverzug unter Beobachtung. Regionale Netzgesellschaften von Eon und RWE leiteten den Strom von Flexstrom derzeit nur gegen Vorkasse durch ihre Leitungen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Andere Geschäftspartner würden ebenfalls Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Übergangsnetzbetreiber hätten von diversen Unregelmäßigkeiten und Auffälligkeiten im Zahlungsverkehr berichtet.

Der Flexstrom-Sprecher wies Vermutungen zurück, das Unternehmen biete seinen Kunden Preise an, die es gar nicht finanzieren könne. Flexstrom reinvestiere Gewinne in Preisnachlässe oder Boni und damit in neue Kunden. Es sei aber auf der anderen Seite so, dass einige Netzbetreiber deutlich zu hohe Forderungen erhöben. Dies nehme Flexstrom nicht hin und habe darüber auch bereits die Bundesnetzagentur informiert. In Einzelfällen hätten Netzbetreiber auch damit gedroht, die Netzdurchleitung zu kappen.

Zudem sei es auf dem Markt durchaus üblich, dass zwischen Stromanbietern und Netzbetreibern etwa Abschlagszahlungen vereinbart würden, die dann nach ausführlicher Rechnungsprüfung verrechnet würden. Einige Anbieter sorgten sich vielleicht, dass Flexstrom mit der angekündigten Anleihe noch mehr Geld für Wachstum zur Verfügung habe, sagte Hempel. Der fünfjährige Bond hat ein Volumen von bis zu 35 Millionen Euro und einen Kupon von 8,25 Prozent pro Jahr.

Die 2003 gegründete Flexstrom ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das zu keinem der großen Stromkonzerne gehört. Derzeit versorgt die Gesellschaft rund 600.000 private Haushalte in Deutschland und arbeitet mit mehr als 1700 Netzbetreibern für Gas und Strom zusammen. 2011 setzte FlexStrom 355,2 Millionen Euro um, ein Plus zum Vorjahr von 32 Prozent. Der Betriebsgewinn kletterte um 62 Prozent auf 11,2 Millionen Euro.

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(REU)