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Angeschlagene Baumarktkette: Finanzkrise bei Praktiker dramatisch verschärft

Angeschlagene Baumarktkette : Finanzkrise bei Praktiker dramatisch verschärft

Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker soll sich die Finanzlage nach Zeitungsberichten wieder dramatisch verschärft haben. Wie unterschiedliche Medien in ihren Online-Ausgaben berichten, kamen Aufsichtsräte in Hamburg zu einem außerordentlichen Treffen zusammen.

Bei einer Telefonkonferenz mit Gläubigerbanken sollte es demnach darum gehen, dass die Institute erneut zweistellige Millionenbeträge ins Unternehmen geben, das schon seit Jahren rote Zahlen schreibt. Das meldeten "Welt" und "Hamburger Abendblatt".

Ein Konzernsprecher bestätigte der dpa lediglich das Treffen, zu weiteren Spekulationen um das Unternehmen wollte er sich nicht äußern. Die Aktie sackte am Mittwoch um fast ein Fünftel ab und lag bei 37 Cent.

Den Berichten zufolge war nicht abzusehen, ob die Banken zu erneuten Geldspritzen bereit sind oder ob die Eigentümer - allen voran der maßgebliche Investor Semper Constantia aus Österreich - noch einmal nachschießen. Die Zeitungen schreiben, ein Praktiker-Sprecher habe bestätigt, dass es bereits zu Engpässen in der Warenversorgung komme.

In den vergangenen Wochen hat Praktiker den Berichten zufolge offenbar mit allen Mitteln versucht, das Geschäft anzukurbeln. Bereits Ende Juni und damit deutlich vor der Konkurrenz startete das Unternehmen in nahezu allen Märkten einen "Sommerschlussverkauf" mit Rabatten von bis zu 70 Prozent auf einzelne Artikel. Im Schnitt sollen die Preisnachlässe bei 20 bis 40 Prozent gelegen haben.

Derartige Aktionen sind oft Hinweise darauf, dass ein Handelsunternehmen dringend Geld braucht - sie schmälern die Gewinne allerdings meist noch weiter, schreiben die Blätter.

(dpa)