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Dimon entschuldigt sich bei Aktionären: FBI untersucht Milliardenverlust von JPMorgan

Dimon entschuldigt sich bei Aktionären : FBI untersucht Milliardenverlust von JPMorgan

Zur Aufklärung des Milliardenverlusts der US-Großbank JPMorgan hat das US-Justizministerium eine vorläufige Untersuchung eingeleitet. Das FBI in New York habe sich des Falls angenommen, sagte ein Mitarbeiter der Justizbehörden der Nachrichtenagentur AP.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon entschuldigte sich auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag bei den Aktionären, die ihn zunehmend für seine Führung kritisierten.

Es war ein umfassendes Eingeständnis. Der Verlust "hätte niemals passieren dürfen", räumte Dimon ein. "Ich kann das nicht rechtfertigen. Leider sind diese Fehler selbst verschuldet", sagte er. Vier Minuten sprach er insgesamt über die Fehlspekulationen, es folgten zwei Minuten zu Erfolgen der Bank im vergangenen Jahr. Vor Journalisten sagte er später, die Verantwortung für das Debakel liege bei ihm. Anfang der Woche hatte die Bank bereits den Rücktritt der Leiterin der Investmentsparte, Ina Drew, mitgeteilt.

Kritik am Bank-Chef

Bei dem Treffen in Tampa in Florida blieb denn auch Kritik am Bank-Chef nicht aus. Wiederholt hätten die Investoren schon bei anderer Gelegenheit Entschuldigungen Dimons gehört, sagte Seamus Finn, Aktionärsvertreter einer katholischen Organisation. "Wir haben denselben Refrain immer wieder gehört: Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Dies wird nie wieder passieren", sagte Finn bei dem jährlichen Treffen. "Ich frage mich, ob sie sich selbst zuhören."

In der vergangenen Woche hatte JPMorgan mitgeteilt, durch den Handel mit komplexen Finanzprodukten zwei Milliarden Dollar (etwa 1,54 Milliarden Euro) verloren zu haben. Die Nachricht sorgte für einen Kurseinbruch der JPMorgan-Aktien an der New Yorker Börse. Am Dienstag war erstmals eine leichte Erholung des Kurses zu spüren.
Der Wert stieg auf 36,24 Dollar (etwa 28 Euro).

(APD)