Facebook verliert weitere Million Nutzer in Europa

Quartalszahlen: Facebook verliert weitere Million Nutzer in Europa

Facebook hat Wachstumsprobleme in Europa, aber sonst sehen die Zahlen für das vergangene Quartal eigentlich ganz gut aus. Doch Gründer und Chef Zuckerberg bereitet Investoren auf ein gebremstes Wachstum in der Zukunft vor.

Nach den jüngsten Datenskandalen und den Auswirkungen der EU-Datenschutzverordnung verliert Facebook weiter Nutzer in Europa. Im vergangenen Quartal sank die Zahl monatlich aktiver Mitglieder von 376 auf 375 Millionen. Schon im Vierteljahr davor hatte Facebook eine Million Nutzer in Europa eingebüßt.

Weltweit gesehen geht das Wachstum des Online-Netzwerks aber weiter. Die Zahl mindestens einmal im Monat aktiver Facebook-Nutzer legte binnen drei Monaten von 2,23 auf 2,27 Milliarden zu. Und auch die Werbeeinnahmen wachsen weiterhin deutlich: Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte um neun Prozent auf knapp 1,34 Milliarden Dollar, wie Facebook am Dienstag mitteilte.

In den USA und Kanada kommt Facebook nun auf 242 Millionen monatlich aktive Nutzer - eine Million mehr als vor drei Monaten. Es ist der mit Abstand lukrativste Markt für das Online-Netzwerk: Hier machte Facebook im vergangenen Quartal einen Umsatz von 27,61 Dollar pro Nutzer. In Europa sind es 8,82 Dollar pro Nutzer und weltweit 6,09 Dollar.

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Gründer und Chef Mark Zuckerberg bereitete Investoren in einer Telefonkonferenz auf gebremstes Wachstum in der Zukunft vor. Zum einen gehe die Nutzung stärker vom bisherigen Newsfeed mit viel Platz für Anzeigen zum „Stories“-Format, bei dem Mitglieder Inhalte wie Fotos für einen Tag für ihre Freunde veröffentlichen. Und hier kam Facebook mit der Werbung bisher nicht so gut voran, wie Zuckerberg einräumte. Zudem sollen die Ausgaben in diesem Jahr um über 50 Prozent steigen und 2019 um weitere 40 bis 50 Prozent. Das sei unter anderem für die Sicherheit und den Kampf gegen Hass und Hetze nötig. Er verliere aber das Gleichgewicht von Kosten und Einnahmen nicht aus den Augen, versicherte Zuckerberg.

Den Anlegern bereitete Facebook ein Wechselband der Gefühle. Erst zeigten sie sich erleichtert über die soliden Zahlen des vergangenen Quartals und ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um rund zwei Prozent steigen. Nach Zuckerbergs Warnungen drehte der Kurs in die Verlustzone und fiel zeitweise um fast vier Prozent. Während der Facebook-Chef versprach, dass das Online-Netzwerk die Herausforderungen meistern werde, kehrte die Aktie ins Plus zurück.

Facebook hatte bereits gewarnt, dass die Regelungen der seit Ende Mai greifenden Datenschutz-Grundverordnung das Geschäft in Europa erschweren werden. Das Unternehmen wurde in diesem Jahr von dem Datenskandal um Cambridge Analytica in eine Krise gestürzt. Zuletzt sorgte ein Hacker-Angriff, von dem rund 30 Millionen Nutzer betroffen waren, für neue Negativ-Schlagzeilen.

(wer/dpa)
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