1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Facebook und Apple: Das mobile Geschäft boomt

IT-Riesen legen Quartalszahlen vor : Facebook und Apple: Das mobile Geschäft boomt

Facebook und Apple haben allen Grund zum Jubeln: Die Quartalszahlen waren überraschend gut. Die IT-Giganten konnten bei Gewinn und Umsatz zulegen und lassen die Stimmung bei den Anlegern steigen. Auch Whatsapp verkündet höhere Nutzerzahlen. Die digitalen Riesen zeigen, wo die Zukunft liegt: im mobilen Geschäft.

"Facebooks Geschäft ist stark und wächst" — mit diesen Worten kommentierte Mark Zuckerberg, Gründer und Chef des sozialen Netzwerkes, die aktuellen Quartalszahlen. Und er hat allen Grund zur Freude, denn Facebook hat nicht nur erstmals die Marke von einer Milliarde Nutzern geknackt, die von unterwegs auf die Webseite zugreifen, sondern übertraf auch die Erwartungen der Analysten. Der Quartalsumsatz schnellte im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Die einstige Schwachstelle des Unternehmens, auch mobil Geld zu verdienen, ist längst keine mehr. Schon im vorangegangenen Quartal kam erstmals mehr als die Hälfte der Werbeeinnahmen aus diesem Bereich. Und auch im abgelaufenen Quartal sind es 59 Prozent. Facebook hat schnell genug umgesteuert, um mit den stetigen Umwälzungen in der hart umkämpften IT-Branche mithalten zu können — mit Erfolg. Zukäufe wie der des Kurznachrichtendienstes Whatsapp dürften sich in Zukunft bezahlt machen, denn immer mehr Nutzer setzen auf mobile Angebote.

Mehr Nutzer bei Whatsapp

Zumal Whatsapp auch noch positive Nachrichten verkündete. Denn trotz Datenschutzbedenken und allen Unkenrufen zum Trotz, dass die Nutzer wegen des Kaufs durch Facebook abspringen könnten, ist auch der Kurznachrichtendienst auf Wachstumskurs. Ende Februar hatte das Unternehmen die Zahl seiner Nutzer noch mit rund 450 Millionen angegeben, jetzt verkündete man im Firmenblog, dass rund eine halbe Milliarde Menschen den Dienst nutzen würden. Insbesondere in Schwellenländern wie Brasilien, Indien, Mexiko und Russland steige die Nachfrage.

Gute Nachrichten also insbesondere für Facebook — und auch für die Anleger. Diese reagieren ohnehin jetzt schon positiv angesichts der guten Quartalszahlen des sozialen Netzwerkes. Nachbörslich stieg die Aktie um drei Prozent. "Sie haben die richtigen Produkte für die Wünsche der Werbekunden und das schlägt sich in der Bilanz nieder", sagte Analyst Ronald Josex von JMP Securities der Nachrichtenagentur Reuters.

Doch nicht nur Facebook erfreut die Anleger: Auch Apple kann die Börsianer mal wieder zufriedenstellen und zeigt ebenfalls, dass die Zukunft im mobilen Geschäft liegt. Die Zahl der verkauften Smartphones übertraf mit 43,7 Millionen die Erwartungen von Branchenexperten um mehr als fünf Millionen. Auch wenn der Smartphone-Boom in den Industrieländern abebbt, ohne den mobilen Markt geht nichts — sei es nun bei den Geräten selbst oder in Bezug auf Inhalte und Werbeeinnahmen.

Anleger mit Gewinnbeteiligung zufriedengestellt

Dass Apple die Börsianer diesmal jubeln lässt, dürfte dennoch weniger an den überraschend starken Smartphone-Verkäufen liegen. Denn bislang reagierten die Anleger immer verhalten auf solche Zahlen, erwarteten von dem Kultunternehmen mehr — und vor allem Produktinnovationen, die immer noch auf sich warten lassen. Vielmehr können sich Anleger über eine höhere Gewinnbeteiligung freuen: Die Dividende steigt und das Aktienrückkaufprogramm wird ausgebaut. Die Aktie stieg nachbörslich um sieben Prozent.

Für den Moment dürfte das reichen, "doch die zentrale Frage für das Unternehmen und die Aktie ist, was für ein neues Produkt kommt, und wann es kommt", wie Daniel Ernst vom Analysehaus Hudson Square der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Und auch bei Facebook stellt sich die Frage, wann die dazugekauften Dienste wie Instagram und Whatsapp Gewinne abwerfen. Die für das operative Geschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg jedenfalls dämpfte die Hoffnungen. "Wir konzentrieren uns sehr auf das Kundenwachstum", sagte sie. Im mobilen Bereich scheint das zu gelingen.

mit Agenturmaterial

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht das neue Facebook aus

(das)