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Facebook-Aktie stürzt ab - Anleger reagieren enttäuscht auf Quartalszahlen

Anleger enttäuscht von Quartalszahlen : Facebook-Aktie stürzt zeitweise um fast 24 Prozent ab

Facebook schien lange unaufhaltsam - doch nach dem Skandal um Cambridge Analytica und den neuen Datenschutzregeln in Europa zeigt das Online-Netzwerk auf einmal Schwächen. Auch wenn Facebook weiter Milliarden scheffelt - die Anleger lassen die Aktie abstürzen.

Schwache Quartalszahlen und ein trüber Ausblick haben Facebook einen Absturz an der Börse beschert. Der Aktienkurs des weltweit größten sozialen Netzwerks fiel am Mittwoch im nachbörslichen Handel zeitweise um fast 24 Prozent und damit fast ein Viertel seines Wertes. Das Unternehmen leidet noch unter den Folgen des Datenskandals und unter verschärften Datenschutzbestimmungen in der EU.

Innerhalb von weniger als zwei Stunden nach Bekanntgabe der Zahlen für das abgelaufene Quartal verlor Facebook rund 150 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung. Zuvor hatte der Konzern Investoren mit Umsatz und Nutzerwachstum auf ganzer Linie enttäuscht. Beide Kennzahlen blieben unter den Erwartungen von Analysten.

Wie Facebook mitteilte, stieg der Umsatz zwar um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 13,36 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim Nutzerwachstum blieb Facebook hinter den Erwartungen zurück: Die Zahl stieg auf 2,23 Milliarden. Von Thomson Reuters befragte Experten hatten mit 2,25 Milliarden gerechnet.

Der Absturz der Facebook-Aktie kann trotzdem wie eine Überreaktion wirken - denn Facebook ist weiterhin eine Geldmaschine. Der Gewinn wuchs um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Und vor der Präsentation der Quartalszahlen hatte die Aktie gerade erst einen Höchststand erreicht. Bei den Anlegern kamen die Nutzerzahlen aber schlecht an, weil die Reichweite entscheidend für Facebooks Werbegeschäft ist.

Und Finanzchef David Wehner dämpfte die Erwartungen an die nächsten Monate. Die Wachstumsraten beim Umsatz würden sich im zweiten Halbjahr weiter verlangsamen. Im dritten und vierten Quartal werde das Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozent-Bereich gegenüber den Vorquartalen sinken, sagte er. „In den kommenden Jahren erwarten wir, dass die operativen Margen um die 30 Prozent tendieren werden", sagte Wehner. Im zweiten Quartal war die Marge auf 44 Prozent gefallen gegenüber 47 Prozent ein Jahr zuvor.

Bei den Kosten erwartet das Unternehmen einen Sprung von 50 bis 60 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr, weil Facebook mehr in Datensicherheit, Marketing und Inhalte investieren will. „Wenn es um ein schwächeres Umsatzwachstum geht, sprechen sie über Gegenwind durch Währungseffekte, aber wir denken eher, dass es auf ein langsameres Neukunden-Wachstum zurückzuführen ist und das hat mit einem Trend zu mehr Datenschutz und mit der Datenschutzgrundverordnung zu tun", sagte Ali Mogharabi, Analyst bei Morningstar.

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Die vor kurzem in der EU in Kraft getretene Datenschutzverordnung hat auch Facebook dazu gezwungen, seine Nutzerbedingungen hin zu mehr Datenschutz zu ändern. Außerdem hatte sie zu einer breiten öffentlichen Debatte über Datenschutz im Internet geführt. Danach habe sich die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer in der EU um rund eine Million verringert, sagte Firmenchef Mark Zuckerberg in einem Analystengespräch.

Auch der Skandal um die Weitergabe von Nutzerdaten an die
Beratungsfirma Cambridge Analytica belastete das Image von Facebook und führte sogra zu Boykottaufrufen. Konzernchef Zuckerberg bat wegen der Affäre um Entschuldigung und kündigte bessere Sicherheitsvorkehrungen an.

Der Bilderdienst Instagram wuchs auf eine Milliarde monatlicher Nutzer von 600 Millionen zum Ende vergangenen Jahres. Die beiden Messenger-Dienste von Facebook, Messenger und WhatsApp hatten jeweils mehr als eine Milliarde monatliche Nutzer gemeldet. Instagram trägt nach Einschätzung der Analysten von EMarketer damit voraussichtlich 18 Prozent in diesem und 23 Prozent im nächsten Jahr zu den Facebook-Einnahmen bei. „Es scheint aber, das die stärkere Perfomance von Instagram nicht ausreicht, um den Gegenwind auszugleichen", sagte Analyst Colin Sebastian von Eobert W. Baird&Co.

(wer/rtr/dpa)